Trockenheit begünstigt Schatzsuche

24. August 2003, 19:49
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Bleiben die Niederschläge aus, geben Luftbilder bessere Aufschlüsse über unterirdische Reichtümer

Dresden - Die anhaltende Trockenheit hat die "Schatzsuche" der Archäologen erleichtert. "Gibt es im Frühjahr und Sommer wenig Niederschläge, können unterirdische Geschichtsquellen mit den Augen aus der Luft besonders gut erkannt werden", sagte der deutsche Luftbildarchäologe Otto Braasch am Dienstag und sprach von einem "guten Jahr": Gräber, keltische Viereckschanzen, römische Gutshöfe und steinzeitliche Siedlungen gehören zu den Funden der Saison.

Sogar Pflanzen geben Aufschluss

Vom Flugzeug aus beobachten Luftbildarchäologen Feldpflanzen, um anhand von Unterschieden in deren Blattwerk und Höhe Eingriffe des antiken Menschen im Erdreich zu orten. Befinden sich Jahrtausende alte Gräben oder Fundamentmauern im Boden, findet das Wurzelwerk dort unterschiedlich viel Feuchte und Nährstoffe und versorgt die oberirdische Pflanze entsprechend geizig oder großzügig.

"Ist das Jahr von Anfang an sehr trocken, entsteht so für Ackerpflanzen flächiger Feuchtestress, und es können auf diese Weise von oben die Umrisse einzelner Häuser, Gräber, aber auch ganzer untergegangener Dörfer durch Blattverfärbung und Größenunterschied erkannt werden", sagte Braasch.

Auch das angeblich älteste Sonnenobservatorium Europas in Goseck (Sachsen-Anhalt) wurde von Braasch Anfang der 90er Jahre auf diese Weise entdeckt. Die monumentale Kreisgrabenanlage mit einem Durchmesser von 75 Metern wird seit 2002 ausgegraben. (APA/dpa)

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