Head Tyrolia Austria bilanziert positiv

22. August 2003, 19:46
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Im Gegensatz zum Mutterkonzern schreibt das Österreich-Geschäft heuer wieder schwarze Zahlen - Vororders für Ski deutlich höher

Wien - Head Tyrolia Austria (HTA) zog im Gegensatz zum Mutterkonzern Head eine durchaus positive Halbjahresbilanz: Im für mehr als vier Fünftel des Umsatzes verantwortlichen Wintersportbereich habe Head trotz schwierigen Marktumfeldes Marktanteile dazugewonnen. Die Vororders für Alpinski seien um rund 30 Prozent gestiegen, sagte HTA-Geschäftsführer Bob Koch am Dienstag vor Journalisten. Im nach wie vor schrumpfenden Tennismarkt will Head die Marktführerschaft mit der neuen "Liquidmetal"-Technologie weiter ausbauen.

Umsatzsteigerungen

Head Tyrolia Austria setzte 2002 rund 20 Mio. Euro um und trug damit 5 bis 6 Prozent zum Konzernumsatz bei. Mit der für heuer geplanten Umsatzsteigerung auf 22 Mio. Euro und der bereits erfolgten Senkung der Fixkosten soll es laut Koch auch wieder gelingen, schwarze Zahlen zu schreiben. In den vergangenen Jahren seien "ein paar hunderttausend Euro" Verlust eingefahren worden. Grund dafür waren unter anderem Wertberichtigungen für falsch disponierte Produktion. Heuer rechnet Koch mit 250.000 bis 300.000 Euro Gewinn.

Insgesamt fielen die Vororders des Sportfachhandels von Februar bis Juni mit Plus 0,6 Prozent auf 408.400 Paar (Fessel-GfK) vorsichtig aus. Ohne die darin enthaltenen Nachkäufe im Februar und März lagen sie sogar unter den Vorjahreswerten, schätzt Koch. Head verzeichnete für seine mit spezieller Faser bzw. Chiptechnologie ausgestatteten Skier ein Plus von 30,8 Prozent (mengenmäßig) und 36 Prozent im Wert. Man habe versucht, bei jedem der vier Großen im Sportartikelhandel (Intersport, Hervis, Sport 2000, Gigasport) zu wachsen, so Koch.

Verkaufspreis gesteigert

Es sei auch gelungen, den durchschnittlichen Verkaufspreis von Head Skiern neuerlich zu steigern - auf mittlerweile 280 Euro pro Paar, verglichen mit 200 Euro im Österreichschnitt. Die vor zwei Jahren geborene Idee, in den billigeren Massenmarkt einzusteigen, habe man schon aus Kapazitätsgründen wieder verworfen, sagte Koch. Head verkaufte 2002 rund 70.000 Paar Ski, heuer sollen es 75.000 Paar werden. Etwa ein Fünftel entfällt dabei auf den Skiverleih, schätzt der HTA-Geschäftsführer. Ohne den Skiverleih würde der Gesamtmarkt für Ski mittlerweile schrumpfen.

Zugelegt hat Head in Österreich auch bei den Skibindungen. Hier stiegen die Vororders für die Tyrolia zwar nur um 5,8 Prozent, allerdings schlage sich die neue Kooperation mit Fischer nieder. Zusammen mit den nun für Fischer produzierten Bindungen halte man bei einem Marktanteil von rund 50 Prozent. "Wir verkaufen kaum mehr eine Ski ohne Bindung", so Koch.

Skischuhgeschäft erfreulich

Im erst 1999 gestarteten Skischuh-Geschäft werde man hierzulande erstmals die 50.000 Stück-Grenze überschreiten. Die Vororders bis Juni lagen um 23,1 Prozent über dem Vorjahr. Der Marktanteil steige damit von 10,8 auf 12,9 Prozent.

Zulegen will Head auch im schrumpfenden österreichischen Snowboardmark: Mit heuer geplanten 3.200 verkauften Boards liegt der Marktanteil allerdings bei weniger als 10 Prozent. Der Umsatz soll auf 1,1 Mio. Euro, gegenüber 850.000 Euro im Vorjahr steigen.

Mit einem weiteren Rückgang von 5 bis 10 Prozent rechnet Koch heuer im Tennismarkt: 2002 wurden in Österreich etwa 60.000 Rackets verkauft, knapp 25.000 davon waren von Head. Der Marktanteil stieg im Vorjahr damit von 34 auf 41 Prozent. nach der Intelligence Technologie, die mit piezoelektrischen Fasern und eingebautem Chip vor allem die Stabilität des Schlägers erhöhen sollte. Mit dem neuen "Liquidmetal" - eine vom California Institute of Technology entwickelten Oberflächen-Legierung - verhindert Energieverlust beim Aufprall des Balls und verleiht dem Racket zusätzliches Schwunggewicht. Die neuen Schläger sind bereits in einigen Fachhändlern zu bekommen, flächendeckend sollen sich ab Frühjahr 2004 erhältlich sein. (APA)

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Head

  • Das Head-Schigeschäft läuft blendend.
    foto: head

    Das Head-Schigeschäft läuft blendend.

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