Brustkrebsfrüherkennung

25. August 2003, 11:47
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Durch Regelmäßige Untersuchungen könnten Todeszahlen deutlich gesenkt werden

Wien - Würde die überwiegende Mehrheit der Frauen zu regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen auf Brust- und Gebärmutterhalskrebs gehen, könnten die Krebs-Todeszahlen deutlich gesenkt werden, sagen Mediziner. Frauen, bei denen Brustkrebs im Frühstadium diagnostiziert und geheilt wurde, haben in der Folge ein geringeres Todesrisiko als solche, die nicht erkrankt sind. Das hat schon im Jahr 2000 eine Datenanalyse des Wiener Epidemiologen Univ.-Prof. Dr. Christian Vutuc ergeben.

In Österreich erkranken pro Jahr an die 5.000 Frauen an Brustkrebs, etwa 1.600 sterben daran. "Würden 85 Prozent der Frauen regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung gehen, könnte man die Anzahl der Todesfälle um rund 500 reduzieren", sagt Krebshilfe-Präsident Univ.-Prof. Dr. Paul Sevelda. Im frühen Stadium diagnostiziert, ist fast jede Mammakarzinom-Erkrankung heilbar, verstümmelnde Operationen können unterbleiben.

330 Frauen in Österreich sterben jährlich an Gebärmutterhalskrebs

Ähnlich ist die Situation beim Gebärmutterhalskrebs (Cervixkarzinom): Zwar ist die Zahl der invasiven Erkrankungen (fortgeschrittenes Stadium) von ehemals rund 900 pro Jahr auf rund 500 zurück gegangen. Doch immer noch sterben in Österreich rund 300 Frauen an dieser Form von Krebs. Dabei könnten gerade bei dieser Krankheit die Opferzahlen dramatisch reduziert werden, weil die Abstrichuntersuchung einfach ist und sich die Krankheit relativ langsam entwickelt.

Um das Vorsorgebewusstsein steht es schlecht: Rund ein Viertel der 20- bis 69-jährigen Frauen war noch nie bei einer Krebsabstrich-Untersuchung. Im EU-Durchschnitt sterben rund vier Frauen pro 100.000 und Jahr an Gebärmutterhalskrebs, in Österreich sind es um die sieben Todesfälle (Luxemburg: weniger als 0,5, Niederlande rund 2,5, Stand 2000). Eine im vergangenen Jahr veröffentlichte Umfrage der Krebshilfe hat aber ergeben, dass besser ausgebildete, berufstätige Frauen am seltensten zur Mammographie gehen (Hochschulabsolventinnen zu 67 Prozent noch nie, Maturantinnen zu 55 Prozent noch nie, Frauen mit Lehre zu 52 Prozent noch nie).

Vorsorge-Untersuchungen

  • Einmal im Jahr Krebsabstrich beim Gynäkologen ab dem 20. Lebensjahr (Cervixkarzinom-Früherkennung).

  • Mammographie zumindest alle zwei Jahre im Alter zwischen 40 und 70.

  • Monatliche Brustselbstuntersuchung.

  • Jährliche Brust-Tastuntersuchung durch den Arzt. (APA)
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