Eine Nummer für Festnetz, Handy, Fax...

26. August 2003, 13:04
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Electronic Numbering soll Brücke zwischen Internet und Telefonie werden

Man wählt eine Telefonnummer. Ist diese besetzt oder nicht erreichbar, wird automatisch das Handy angewählt, dann vielleicht ein Voice-Mail-Zugang aktiviert oder eine SMS versendet. Auch ein Fax findet automatisch seien Weg. Was sich heute vielleicht Spitzenmanager leisten, könnte bald für jedermann zu haben sein - wenn denn ENUM Wirklichkeit wird. Offen ist aber unter anderem noch, ob die Telekommunikationsunternehmen, denen das UMTS-Desaster noch in den Knochen steckt, bereit sind, die neue Technik aufzugreifen.

Brücke zwischen Internet und Telefonie

ENUM steht für Electronic Numbering und könnte einmal so etwas wie eine Brücke zwischen Internet und Telefonie werden, wie Sabine Dolderer vom Vorstand der Internet-Domain-Verwaltungsgesellschaft DENIC erklärte. Die DENIC und die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) haben jetzt den Vertrag über den ENUM-Testbetrieb unterzeichnet.

ENUM ist ein internationaler Standard, bei dem Telefonnummern zu Internetadressen werden. Es ist eine offene Plattform, die jeder nutzen kann, wie Matthias Kurth, Präsident der Regulierungsbehörde, betonte. Unter der Web-Adressen können dann Informationen gespeichert werden, was zu geschehen hat, wenn ein Telefonanruf eingeht, in welcher Reihenfolge die verschiedensten Kommunikationsdienste abgefragt werden sollen, über die der Teilnehmer erreichbar ist - wie Telefon, Handy, Fax oder E-Mail.

Nur mehr eine Telefonnummer merken

Ein Anrufer braucht also nur eine Telefonnummer zu wissen und kann den Betreffenden über verschiedene Geräte bis hin zur Web-Site erreichen. Der Kunde könne dabei ruhig die Anbieter der verschiedenen Dienste mischen, sagte Dolderer. Das Telefon bei der einen Firma, Internetzugang bei einer anderen und bei wieder einer anderen das Mobiltelefon. ENUM könnte also eines Tages heißen: Eine Nummer für alles.

So weit die Theorie. Ob und welche Probleme es in der Praxis geben kann, soll ein Feldversuch jetzt klären. Die DENIC bringt hier ihre Erfahrungen in der Verwaltung von Internetadressen ein, die RegTP als Behörde für die Nummernvergabe in Deutschland kennt sich in der Telekommunikation und beim Datenschutz aus.

Dienste und Geräte sollen entwickelt werden

Ziel des Testbetriebs ist es, ein Betriebsmodell unter Beteiligung aller betroffenen Gruppen - wie Hard- und Softwareanbieter, Internet-Provider und Telefonfirmen - zu erarbeiten. So sollen Dienste und Geräte für die neue Technik entwickelt und auf ihre Praxistauglichkeit überprüft werden. So müssen etwa Vorgehensweisen entwickelt werden, die sicher stellen, dass nur der tatsächliche Inhaber einer Rufnummer die korrespondierenden ENUM-Dienste nutzen kann, sagte Kurth. Laut DENIC-Vorstand Dolderer werden verschiedene Verfahren zur Authentifizierung erprobt. Ein Verfahren für den Massenbetrieb muss noch entwickelt werden.

"ENUM ist ein vielversprechendes Projekt, das einen einheitlichen Zugang zur vielfältigen Welt der Kommunikation eröffnet", erklärte Kurth. Ob es einen Markt gebe, müsse aber abgewartet werden. Kurth will auch keine Prognose wagen, ob und wann eine Kommerzialisierung beginnen kann. Das System an sich sei sehr interessant, für einen Erfolg müssten aber die verschiedensten Interessengruppen zusammenarbeiten. "Wir schaffen nur die Plattform", betonte er und appellierte an die Beteiligten: "Jeder muss auch die Kunden des anderen sehen".(APA/AP)

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    foto: keystone/michele limina
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