Chile will Angehörige von Diktatur-Opfern entschädigen

20. August 2003, 19:15
1 Posting

Finanzminister stellt Angehörigen von hingerichteten Oppositionellen Pensionserhöhungen in Aussicht

Santiago de Chile - Die chilenische Regierung will Angehörige von Diktatur-Opfern in Chile mit insgesamt rund 30 Millionen Dollar (26,8 Mill. Euro) entschädigen. Finanzminister Nicolas Eyzaguirre stellte am Montag den direkten Angehörigen von rund 3.000 hingerichteten Oppositionellen Pensionserhöhungen um 50 Prozent in Aussicht. Auch Familien von ehemaligen Militärs und Polizeiangehörigen kämen in den Genuss der Entschädigungen. Präsident Ricardo Lagos war in der vergangenen Woche mit dem Vorhaben an die Öffentlichkeit getreten. Das Parlament muss noch zustimmen.

In den 17 Jahren der Gewaltherrschaft unter Augusto Pinochet wurden in Chile mehr als 3.000 Menschen getötet oder verschwanden spurlos. Am 11. September 1973 hatte das von den USA unterstützte Militär unter Führung des Generals gegen den demokratisch gewählten sozialistischen Allende geputscht. Die Diktatur dauerte bis 1990. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die Angehörigen von rund 3.000 hingerichteten Oppositionellen sollen nun entschädigt werden

Share if you care.