"Dich zu töten ist für uns sehr leicht"

21. August 2003, 14:09
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Human Rights Watch klagt an

New York/Kabul - "Dich zu töten ist für uns eine sehr leichte Sache" lautet unmissverständlich der Titel des jüngsten Berichts der US-Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch über die Macht der alten Kriegsherren und ihrer Privatarmeen in Afghanistan. Das Zitat ist einem Milizionär des Verteidigungsministers Qasim Fahim zugeschrieben - auch er unterhält neben den regulären Truppen eine eigene Armee.

Fahims Milizionäre drangen nachts in das Haus eines Publizisten in Kabul ein, der eine Karikatur von Fahim mit Afghanistans Präsidenten Karsai veröffentlicht hatte, und drohten dem Mann: "Wir haben 30 Kugeln in unseren Magazinen. Ich kann alle diese Kugeln in deine Brust schießen, und es gibt niemanden, der uns stoppen könnte." Der 100 Seiten lange Bericht belastet besonders Polizei und Sicherheitsdienste in Afghanistan und dokumentiert Raubüberfälle, Vergewaltigungen und Entführungen, gedeckt von Führungsfiguren, die mithilfe der USA wieder an die Macht gekommen sind. Die USA, so lautet der Vorwurf von Human Rights Watch, seien für die wachsende Gewalt im Land mitverantwortlich, weil sie die Kriegsherren, die heute meist in den Provinzen herrschen, finanziell unterstützten, gemeinsame Militäroperationen mit deren Truppen durchführten und sich mit ihnen verbrüderten. (DER STANDARD, Printausgabe, 19.8.2003)

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