Ein Angebot an Jörg Immendorff

24. August 2003, 22:58
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Der Maler und Kunstprofessor solle Namen nennen, dann könne sein Kokain- und Sex-Skandal gemildert werden

Düsseldorf - Der in einen Kokain- und Sex-Skandal verstrickte Maler und Kunstprofessor Jörg Immendorff (58) kann möglicherweise eine milde Strafe bekommen. "Dazu müsste Immendorff aber auch die Hintermänner nennen, von denen er das Kokain gekauft hat", sagte der Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft, Johannes Mocken, am Mittwoch auf Anfrage.

Nach dem Betäubungsmittelgesetz kann bei einer umfassenden Mithilfe des Verdächtigen auch die Mindeststrafe unterschritten oder sogar ganz erlassen werden. Dies kann aber nur ein Gericht entscheiden. Hintergrund ist das Ziel der Justiz, an die Drahtzieher des Drogenhandels zu gelangen. Noch ist offen, ob der international renommierte Maler sich auf diese Rolle als "Kronzeuge" einlässt. "Um eine Hauptverhandlung wird Immendorff aber wohl kaum herumkommen", hieß es.

Professur in Gefahr

Unterdessen prüft die nordrhein-westfälische Landesregierung dienstrechtliche Schritte gegen den Akademie-Professor und Landesbeamten. "Wir haben über den Fall Auskunft von der Staatsanwaltschaft erhalten. Nun werden wir Herrn Immendorff Gelegenheit zu einer persönlichen Stellungnahme geben", sagte eine Sprecherin des Wissenschaftsministeriums in Düsseldorf. Wie üblich werde vor einer Entscheidung das Strafverfahren abgewartet.

Da bei dem Maler eine "nicht geringe Menge" Kokain gefunden wurde, droht ihm ein Jahr Haft als Mindeststrafe und damit der Verlust seines Beamtenstatus als Kunstprofessor. Immendorffs Anwalt Rüdiger Spormann erhielt unterdessen eine erste Einsicht in die Akten des Falls.

Razzia in der Luxus-Suite

Immendorff war am vergangenen Samstag während einer Sex-Party mit neun Prostituierten und elf Gramm Kokain von der Polizei in der Luxus-Suite eines Düsseldorfer Hotels erwischt worden. In seiner Wohnung wurden weitere zehn Gramm Kokain entdeckt. Eine Analyse des Landeskriminalamts ergab einen Wirkstoff-Gehalt von 6,5 Gramm.

Damit ist die Obergrenze von fünf Gramm Kokain-Hydrochlorid überschritten und der Fund muss als "nicht geringe Menge" eingestuft werden. Ab dieser Menge gilt der Kokainbesitz nicht mehr als Vergehen, sondern als Verbrechen. (APA/dpa)

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    Jörg Immendorff

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