Für Diakoniewerk kein Grund für Verschärfung

19. August 2003, 19:11
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Mit einem rein kulturell gefassten Integrationsbegriff definiere sich Österreich noch stärker als bisher als "Abstammungsgemeinschaft

Klagenfurt - Das Diakoniewerk Österreich sieht keinen Grund für eine Verschärfung des Staatsbürgerschaftsgesetzes. "Die gesetzlichen Regelungen in Österreich zur Staatsbürgerschaft gehören zu den restriktivsten Europas", analysiert der Sozialexperte der Diakonie Österreich, Martin Schenk. In der groß angelegten Studie des Europäischen Zentrums für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung liege Österreich im Vergleich zu den mittel- und nordeuropäischen Ländern mit seinem "Integrationsindex" im Schlussfeld.

Im Familiennachzug, beim Zugang zum Arbeitsmarkt, dem Erwerb der Staatsbürgerschaft oder sozialen und politischen Rechten seien die Integrationsbedingungen im Vergleich zu Belgien, Frankreich, den Niederlanden und auch Deutschland "schlecht", heißt es. Eher republikanisch begründete Modelle würden vom Prinzip "bei gleichen Pflichten, gleiche Rechte" und von der aus der amerikanischen Revolution entlehnten Forderung "no taxation without representation" ausgehen.

"Integration ist die Herstellung von Chancengleichheit im sozialen, politischen und gesellschaftlichen Leben", betont Schenk. "Es geht um Gleichheit vor dem Gesetz, politische Gleichheit und soziale Teilhaberechte. Das sind die Grundpfeiler moderner Demokratien." Mit einem rein kulturell gefassten Integrationsbegriff definiere sich Österreich noch stärker als bisher als "Abstammungsgemeinschaft".(APA)

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