Streiks ausgeschlossen

21. August 2003, 12:06
69 Postings

AUA-Betriebsrat will mit Bestreikung der Linienflüge zuwarten - Ob es Donnerstag zu "Kampfmaßnahmen" kommt, ist noch offen

Wien - Bei den Austrian Airlines (AUA) wird es am Mittwoch, keine Streiks geben, sagte AUA-Kapitän und stellvertretender Vorsitzender des AUA-Bordbetriebsrats, Karl Minhard . Ob es morgen zu Kampfmaßnahmen bzw. Streiks kommen werde, sei offen. Die nächste "Aktion" der AUA-Piloten werde aber "jedenfalls länger dauern" als der zweistündige Warnstreik vom vergangenen Donnerstag.

Charterflüge nicht betroffen

Charterflüge seien vorerst wie angekündigt von allfälligen Streiks ausgenommen. Sollte der AUA-Vorstand aber in den nächsten Tagen Charterflüge mit AUA-Piloten und Linienflüge mit Lauda Air-Piloten besetzen, werde man auch über die Bestreikung von Charterflügen nachdenken, so Minhard. Weitere Details zu den angedrohten Streiks wolle man wegen des Überraschungseffektes nicht bekannt geben.

Am Freitag, 16.30 Uhr, sei eine Betriebsversammlung der AUA-Piloten geplant, wo über das weitere Vorgehen entschieden werden soll, berichtete Minhard. Die Verhandlungen mit dem Vorstand über Kostensenkungen seien derzeit "auf Eis gelegt". Die Stimmung unter den Piloten bezeichnete Minhard als "sehr gut, die Kampflust ist da".

Betriebsversammlung

Auch die Lauda Air plane für Freitag Nachmittag eine eigene Betriebsversammlung, sagte Lauda Air-Bord-Betriebsratsvorsitzender Johannes Kuttner am Mittwoch auf APA-Anfrage. Ob sich die Lauda Air-Piloten an einem allfälligen Streik beteiligen würden, sei noch offen. Jedenfalls würden unter den Lauda Air-Piloten wegen der derzeitigen Situation "vehemente Ängste" herrschen. Die Mehrheit der Lauda Air-Piloten sei noch immer an einem gemeinsamen Konzern-Kollektivvertrag interessiert, da dieser Ruhe schaffen und Arbeitsplätze sichern würde, so Kuttner.

In der AUA herrscht seit Monaten ein Konflikt der Piloten mit dem Vorstand um Sparmaßnahmen im AUA-Flugbetrieb. Das Management will die Pilotenkosten bis 2008 um 35 Prozent senken, die Gewerkschaft fordert einen einheitlichen Konzern-KV für AUA, Lauda Air und Tyrolean, was vom Management nach wie vor abgelehnt wird. Gestern war ein Gespräch dazu zwischen AUA-Vorstand Vagn Sörensen und AUA-Bordbetriebsrat Wolfgang Hable ergebnislos abgebrochen worden, am Dienstag letzter Woche waren für drei Tage angesetzte Klausurgespräche zwischen Vorstand und Pilotenvertretern und Gewerkschaftern gescheitert. (APA)

Share if you care.