Kaum Zufriedenheit nach tollem Derby

22. August 2003, 10:48
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Enttäuschung bei Rapid Wien nach verjuxter 2:0-Führung - Austria trauert Sieg trotz Überlegenheit nach - Andi Ivanschitz verlängert bei Rapid

Wien - So richtig freuen wollte sich keiner der beiden Erzrivalen nach dem packenden 2:2 im 261. Wiener Fußball-Derby am Sonntag im ausverkauften Hanappi-Stadion. Rapid trauerte dem vergebenen 2:0-Vorsprung nach, die Austria hätte ihre in der zweiten Hälfte zumeist klare Überlegenheit gerne noch in einen Sieg umgemünzt. Unter dem Strich blieb das siebente Remis in den vergangenen acht grün-weiß - violetten Duellen.

Rapids Negativserie

Die Hütteldorfer, die zwar ihre weiße Weste verloren, aber trotzdem Tabellenführer blieben, laufen damit seit 6. Mai 2001 oder neun Partien einem Sieg gegen die Veilchen nach, womit die Negativ-Serie der Klubgeschichte Ende der 70er-Jahre eingestellt wurde. "Es war eines der besseren Derbys. Dennoch sind wir sehr enttäuscht, weil wir 2:0 geführt haben und es uns nicht gelungen ist, zu gewinnen", ärgerte sich Rapid-Trainer Josef Hickersberger.

"Zurecht bestraft worden"

Die Gründe für die verpasste Chance waren schnell aufgezählt. "Nach dem 2:0 haben wir das Fußball spielen eingestellt, das war unser Kardinalfehler. Wir wollten nur über die Runden kommen und sind zurecht bestraft worden", meinte der frühere ÖFB-Teamchef. Ein weiterer Faktor für den grün-weißen Rückfall war möglicherweise die Tatsache, dass Kapitän Hofmann nicht an seine überragenden Leistungen im bisherigen Saisonverlauf anzuschließen vermochte. Der Deutsche bekam in der ersten Hälfte einen Ellbogen-Check versetzt, erlitt eine Schläfenbeinprellung und erbrach danach in der Kabine.

Verlaat als Hauptdarsteller

Für Diskussionen sorgte aber vor allem der Zweikampf Rene Wagner - Verlaat unmittelbar vor dem 2:0, als der Tscheche dem Verteidiger den Ball möglicherweise regelwidrig abjagte. "Es war ein ganz klares Foul, das gepfiffen gehört hätte", sagte Verlaat, in gewisser Weise "Mann des Spiels". Beim 0:1 fälschte der Niederländer eine Flanke von Rene Wagner unhaltbar für Mandl ab, dafür gelang ihm aber noch das 2:2.

Löw sieht Aufwärtstrend

Das Zustandekommen dieses Resultats wertete Austria-Trainer Joachim Löw als ersten Aufwärtstrend nach der enttäuschenden Darbietung gegen Marseille. "Die Mannschaft hat unglaubliche Moral bewiesen und Rapid fast noch in die Knie gezwungen."

"Die wahre Austria"

Ähnlicher Meinung war Austrias Teamgoalie Thomas Mandl. "Wir haben Rapid trotz des Rückstands noch an den Rand einer Niederlage gebracht. Wer geglaubt hat, dass er die wahre Austria gegen Marseille gesehen hat, hat sich getäuscht. Die wahre Austria war heute in der zweiten Hälfte auf dem Platz", erklärte der Burgenländer, der vom grün-weißen Anhang mit Feuerzeugen beworfen wurde.

Ivanschitz bleibt bis 2007

Rapids Jungstar Andreas Ivanschitz hat sich bis 2007 an den Verein gebunden. Der 19-jährige Burgenländer verlängerte seinen bis 2005 anberaumten Vertrag vorzeitig um zwei Jahre. Ivanschitz weilt derzeit beim Nationalteam und dürfte am Mittwoch im Ernst-Happel-Stadion gegen Costa Rica sein zweites Länderspiel bestreiten.

Janocko muss nicht zum Team

Erfreuliche Nachrichten auch für die Austria: Der slowakische Teamchef Ladislav Jurkemik hat für das Länderspiel am Mittwoch in New York gegen Kolumbien nun doch auf Vladimir Janocko verzichtet. Der Feinmechaniker wird ebenso wie weitere Schlüsselspieler wie zum Beispiel Szilard Nemeth (Middlesbrough) oder Miroslav Karhan (Wolfsburg) auf die strapaziöse Anreise verzichten und bei seinem Verein bleiben.(APA)

  • Markus Hiden legt den wiedererstarkten Vladimir Janocko.

    Markus Hiden legt den wiedererstarkten Vladimir Janocko.

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