Lösegelder für deutsche Geiseln im Ausland

25. September 2003, 17:18
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Hamburg - Immer wieder sind aus Deutschland Lösegelder geflossen, um Bundesbürger aus der Geiselhaft im Ausland zu befreien. Eine Auswahl:

17. Juli 2000: Die deutsche Touristin Renate Wallert kommt nach 85 Tagen Gefangenschaft gegen Zahlung von einer Million Dollar (887.311 Euro) auf der südphilippinischen Insel Jolo frei. Für ihren Mann und Sohn soll Libyen der moslemischen Abu Sayyaf-Gruppe später jeweils den selben Betrag als "Entwicklungshilfe" gezahlt haben.

7. Juli 2000: Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" zahlt ein "Austrittsgeld" in unbekannter Höhe für die Freilassung seines Korrespondenten Andreas Lorenz, der über den Fall der verschleppten Familie Wallert berichtet hatte.

26. November 1983: Die Lufthansa bekommt ihren Repräsentanten in Bolivien, Michael Wurche, mit umgerechnet mehr als zwei Millionen Euro frei. Eine "Organisation 10. November" hatte den Mann zwölf Tage zuvor beim Verlassen seines Büros in La Paz überwältigt.

1. Oktober 1980: Die Entführung zweier Töchter und eines Neffen des Fernsehjournalisten Dieter Kronzucker endet in Italien. Die Familien zahlen umgerechnet mehr als zwei Millionen Euro an die Bande, die die 13- bis 15-Jährigen eine Woche zuvor gekidnappt hatte.

11. Juni 1974: Ein Bonner Ministerialbeamter übergibt Rebellen im Tschad zwei Millionen Mark (heute rund eine Million Euro) für die Freilassung des 52 Tage zuvor verschleppten Arztes Christoph Staewen.

22. Februar 1972: Die Lufthansa zahlt 16 Millionen Mark (8,2 Millionen Euro) für die Freilassung von 188 Insassen eines Jumbo-Jets, den arabische Terroristen nach Aden (Jemen) dirigiert hatten. Die Bundesregierung erstattet der Fluglinie die Summe aus Haushaltsmitteln.

(APA)

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