Ungarisches Irak-Bataillon in Kuwait eingetroffen

19. August 2003, 09:09
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Islamische Gemeinde empfahl Annahme des Islam als "Überlebenstip"

Budapest - 177 Soldaten des ungarischen Irak-Bataillons sind am Montag in Kuwait eingetroffen. Dies berichtet die Ungarische Nachrichtenagentur MTI, mit Berufung auf den stellvertretenden Generaldirektor für Kommunikation des Verteidigungsministeriums, Istvan Bocskai. Die nächsten 50 Soldaten des Kontingents sollen bis zum 22. August in Kuwait eintreffen. Aus Sicherheitsgründen wird das genaue Datum der Abreise geheimgehalten.

Die Ungarische Islamische Gemeinde hatte das Irak-Kontingent auf den Einsatz vorbereitet. Dabei wurde den Soldaten als Überlebenstip empfohlen, bei einer Gefangennahme "umgehend den islamischen Glauben anzunehmen", denn in diesem Falle dürften Geiseln "nicht mehr getötet werden". Den Soldaten wurden weiters Kenntnisse über die Sitten der Region, die Möglichkeiten der Kontaktaufnahme mit den örtlichen Glaubensführern und das Verhalten in Falle einer Geiselnahme vermittelt.

Vertreter der Ungarischen Islamischen Gemeinde nahmen ihrerseits Kontakte mit örtlichen Glaubensführern im Irak auf, um diese über die Aufgaben des ungarischen Kontingents zu informieren. Unter Betonung der Gefährlichkeit des Irak-Einsatzes wurden dem ungarischen Bataillon empfohlen, auf ihren Fahrzeugen in arabischer Schrift zu verkünden, dass es sich um ungarisches und nicht um amerikanisches Gerät handle.

Im Vorfeld des Einsatzes hatte die rechtskonservative ungarische Opposition bemängelt, dass die Uniformen der ungarischen Soldaten denen der amerikanischen Kräfte sehr ähnlich seien, wodurch die Gefahr eines Angriffes erhöht werde. Das erste Kontingent der ungarischen Soldaten wurde mittels eines von der US-Armee bereitgestellten Flugzeuges nach Kuwait geflogen. Die Maschine startete vom US-Luftwaffenstützpunkt im südungarischen Taszar.

Das ungarische Bataillon wird als Teil der Stabilisierungstruppe im polnischen Sektor in Hillah, 100 km südlich von Bagdad, tätig sein. Laut ungarischem Parlamentsbeschluss dürfen 300 Soldaten im Irak zum Einsatz kommen und dort logistische und humanitäre Aufgaben ausführen. In Kuwait wartet das Irak-Bataillon auf die auf dem Seeweg eintreffenden Transportmittel, und setzt dann seine Fahrt in den irakischen Ort Hillah fort, wo die 233 ungarischen Soldaten und sieben Offiziere bis 28. Februar 2004 stationiert sein werden. (APA)

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