Ärztekammer fordert alters- und geschlechtsspezifische Schwerpunkte

19. August 2003, 11:32
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ÖÄK-Präsident Brettenthaler begrüßt Vorstoß von Staatssekretär Waneck zur Modernisierung der Gesundenuntersuchung

Wien - Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) begrüßt die von Gesundheitsstaatssekretär Reinhart Waneck (F) geplante Modernisierung der Gesundenuntersuchung. Vor allem seien alters- und geschlechtsspezifische Schwerpunkte erforderlich, forderte ÖÄK-Präsident Reiner Brettenthaler am Montag in einer Aussendung. Wichtig sei auch eine Informationskampagne, da der international vorbildliche Vorsorge-Klassiker zu selten genutzt werde.

Brettenthaler zur geforderten individuelleren Ausrichtung: Frauen haben gesundheitlich andere Probleme als Männer, ältere Menschen andere Krankheiten als junge. Darüber hinaus müsse der Vorsorgecheck stärker auf das gewandelte Risikoprofil der Bevölkerung Bedacht nehmen. "Wichtig wäre etwa eine gezielte Melanomprophylaxe oder ein spezieller Lungenfunktionstest", so der Ärztechef.

Der Arzt müsse sowohl das aufklärende Gespräch als auch modernste Diagnoseverfahren angemessen einsetzen können. "Denn in einer Zeit, in der Lifestyle-Erkrankungen dramatisch ansteigen, geht es um gründliche Untersuchungen. Es geht aber auch um nachhaltige Information der Menschen, damit sie ihre ungesunde Lebensweise ändern", so Brettenthaler.

Ein Bonus für jene Patienten, die regelmäßig zur Gesundenuntersuchung gehen, sei sinnvoll. Denkbar sind für Brettenthaler Prämienreduktionen oder eine Befreiung von anlassbezogenen Gebühren. Die Ärztekammer fordert zudem ein österreichweites Recall-System: Der Patient werde über eine Erinnerungsschreiben persönlich angesprochen und sei dann motivierter, zum Arzt zu gehen. Nur durch konzertierte Anstrengungen sei es möglich, den "dramatischen Anstieg" von Volkskrankheiten wie Diabetes oder Herzkreislauf-Erkrankungen einzudämmen und die hohe Dunkelziffer in jenen Bereichen zu senken, so Brettenthaler.(APA)

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