Eine Wochenendidylle

16. August 2003, 12:10
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Wandertipp: Niedere Tauern abseits vom Skirummel - das Große Bärneck

Das Große Bärneck im Höhenzug zwischen dem Donnersbachtal und dem Großsölktal in den Niederen Tauern wird meist nur an Wochenenden und Feiertagen aufgesucht. Der Grund dafür liegt in den Betriebszeiten des Sessellifts von Donnersbachwald zur Riesneralm, der während der Woche eingestellt ist.

Dabei verdient der Berg, der in der alpinen Literatur etwas stiefmütterlich behandelt wird, größere Beachtung. Abgesehen davon, dass man von seinem höchsten Punkt eine traumhafte Rundsicht bis zu Dachstein, Grimming und Totem Gebirge genießt, erweist sich seine Umgebung als überaus idyllische alpine Landschaft.

Der Finsterkarsee ist trotz seines Namens ein sehr romantisches Gewässer, das von Matten und Hängen mit einer einmaligen Pflanzenwelt gesäumt ist. Auffallend sind die vielen Enzianarten, im Frühsommer kann man sich am Almrausch erfreuen. Und überlaufen ist die Gegend auch während der Betriebszeiten des Sessellifts nicht.

Bei einer Tour auf das Große Bärneck lernt man zu verstehen, warum es viele Bewunderer der etwas abseits und über den Skipisten gelegenen Regionen der Niederen Tauern gibt.

Mit Ausnahme eines kurzen steilen und mitunter rutschigen Abschnitts des Weges vom Finsterkar zur Schneid weist die Route keinerlei Schwierigkeiten auf. Eine Runde über die Hintere Mörsbachalm hat den Nachteil einer längeren Gegensteigung im letzten Drittel. Aber auch wenn man auf der Anstiegsroute zurückkehrt, büßt die Tour nichts von ihrem Reiz ein.

Achtung: Der Höhenzug vom Großen Bärneck zum Riesnerkrispen weist unbegehbare Stellen auf und eignet sich nicht für den Abstieg!

Die Route
Von der Bergstation auf der Riesneralm geht es fast eben zur Finsterkaralm, von der man zu einem Hang über dem Finsterkarsee aufsteigt. Dann geht es steil zur Schneide und sehr gemütlich - die Finsterkarspitze auslassend - zum Gipfel des Großen Bärneck. Gehzeit ab Riesneralm 2½ Stunden.

Für den Rückweg auf der Anstiegsroute braucht man 1¾ Stunden. Die Rundtour führt vom Gipfel in ständigem Bergab zur Hinteren Mörsbachalm, dort hält man sich rechts und gelangt über einen Rücken hinweg zum Ausgangspunkt. Gehzeit ab Gipfel 2½ Stunden.

Gesamtgehzeit 4¼ bzw. 5 Stunden, Höhendifferenz 700 bzw. 900 m. Finsterkaralm einfach bewirtschaftet. Sessellift bis Mitte September an Wochenenden in Betrieb. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 128 (Gröbming) und 129 (Donnersbachwald) (Der Standard, Printausgabe 16./17.8.2003)

Von Bernd Orfer
  • Artikelbild
    foto: tiscover.at
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