Geschlechtsspezifische Vorsorge sinnvoll

25. August 2003, 16:48
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Neue Form der Vorsorgeuntersuchung kommt schon 2004 - Persönliches Risikoprofil und Lebensstilberatung

Wien - Bereits kommendes Jahr soll es eine völlig neue Form der Vorsorgeuntersuchung geben. Das kündigte der Sprecher des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, Josef Kandlhofer, am Montag an. Er reagierte damit auf die Forderung von Gesundheitsstaatssekretär Reinhart Waneck (FP), die "antiquierte" derzeitige Gesundenuntersuchung zu reformieren und zu erweitern.

Mit der modernisierten Vorsorgeuntersuchung sollen "Volkskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Darmkrebs, Gebärmutter- und Brustkrebs sowie erhöhte Blutzuckerwerte" erkannt oder verhindert werden, so Kandlhofer. Für jede/n Untersuchten werde ein "Risikoprofil" erstellt, Beratungsgespräche sollen Bewusstsein schaffen und Lebensstiländerungen unterstützen.

Begrüßt wird die Modernisierung der Vorsorgeuntersuchung auch von Ärztekammer, SPÖ und Grünen. Ärztekammerpräsident Reiner Brettenthaler fordert vor allem alters- und geschlechtsspezifische Schwerpunkte bei den Tests. Zudem sei eine Aufklärungskampagne unumgänglich, um die geringe Teilnahmerate am "international vorbildlichen Vorsorgeklassiker" zu steigern.

Gezielte Tests für Gesunde

Die konkreten Vorschläge von Gesundheitsstaatssekretär Reinhart Waneck, Hauptverband und Ärztekammer:

[] gezielte Untersuchung auch durch FachärztInnen (Haut, Ohren, Herz/Kreislauf, Suchtgefahr, Depressionscheck);

[] zusätzliche Lungenuntersuchung bei RaucherInnen;

[] Krebsuntersuchung des Dickdarms;

[] spezifische Untersuchungen bei Frauen (Brust) und Männern (Prostata);

[] automatisches Erinnerungsschreiben für eine neuerliche Untersuchung. Mittels "Recall-Systems" könnten die PatientInnen informiert werden, wann sie welche Untersuchungen wiederholen sollten. (Quelle: ORF-Teletext/DER STANDARD, Printausgabe 19.08.2002)

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    ÖÄK-Präsident Brettenthaler zur geforderten individuelleren Ausrichtung: Frauen haben gesundheitlich andere Probleme als Männer, ältere Menschen andere Krankheiten als junge.
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