Hagenberg: Hightech für Rübenbauern

24. August 2003, 20:06
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Wirtschaft, Wissenschaft und Ausbildung

Abstrakt kann man sich den Softwarepark Hagenberg wie ein Dreieck mit den Wörtern "Wissenschaft", "Ausbildung" und "Wirtschaft" an den spitzen Ecken vorstellen, die durch Pfeile kreuz und quer verbunden sind.

Seit der Gründung des Parks 1989 durch den Linzer Mathematiker Bruno Buchberger haben sich 25 Unternehmen, acht Forschungsinstitute und diverse Ausbildungseinrichtungen angesiedelt. 7200 Quadratmeter an Bürofläche stehen heute knapp 600 rund um den Schwerpunkt "Software" Beschäftigen zur Verfügung. Dass der Park, 25 Kilometer entfernt von Linz, etwas "ab vom Schuss" liegt, empfindet Geschäftsführer Peter Berner nicht unbedingt als Nachteil: "Wir glauben dies durch die kleinräumige Vernetzung von Fachleuten kombiniert mit der Ausbildung hoch qualifizierter Arbeitskräfte wettzumachen", so Berner.

Praxisbezug

Den konkreten Nutzen illustriert er am Beispiel einer Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Symbolisches Rechnen (RISC) und dem international tätigen Maschinenbauer Engel: Gemeinsam wurde eine Simulation von Spritzgussmaschinen umgesetzt, mit der die Durchlaufzeiten bei der Entwicklung von neuen Geräten verringert werden können.

Dass auch die Landwirtschaft auf automatisierte Lösungen angewiesen ist, zeigte ein anderes Projekt: Im Auftrag des "Vereins der österreichischen Rübenbauern" entwarfen die Wissenschafter Modelle für ein Transportsystem, um die jährlich drei Millionen Tonnen Zuckerrüben von 11.500 Landwirten zu drei Fabriken zu transportieren. Das Ziel dabei: eine Steigerung des Ertrags für die Bauern durch ein wirtschaftlicheres Übernahmesystem. Für die Zukunft hat Geschäftsführer Peter Berner noch Ausbaupläne: Im Herbst startet ein zusätzlicher Fachhochschul-Studienlehrgang zum Schwerpunkt "Mobile Computing". Parallel wird ein zweites Gebäude für die Fachhochschule (1500 Quadratmeter) errichtet - auch, um bei der derzeit hundertprozentigen Flächenauslastung des Parks Freiraum für potenzielle Mieter zu gewinnen. (ez/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18. 8. 2003)

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