Man darf doch noch rot werden

Rezension17. März 2014, 11:45
6 Postings

Ein Bilderbuch zum Thema Mobbing und wie man miteinander richtig umgeht

Es gibt Menschen, die werden einfach rot. Jemand sagt etwas, schon läuft das Gesicht an. Da braucht es nicht viel. Bei dem Buben Tom ist es genauso. "Es ist so gut wie nichts, so wenig ist es. Niemand sieht es. Nur ich", sagt das Mädchen. Und: "Du ... Du wirst rot."

Jan De Kinder erzählt, was passiert, wenn Kinder sich über andere lustig machen, wenn sie sich auf ein Opfer einschwören. Kurz: De Kinder schreibt über Mobbing. Sein Bilderbuch für Kinder ab dem fünften Lebensjahr heißt daher auch Tomatenrot oder Mobben macht traurig. Schnell finden sich andere Kinder, die Tom auch verspotten, sich lustig machen. "Einmal mit dem Finger geschnippt, und Tom wird rot wie ein Leuchtturm", heißt es da.

Vor allem Paul nutzt das aus. Er hört nicht mehr auf, wird lauter, stichelt weiter - selbst dem Mädchen, der Ich-Erzählerin, wird das bald zu viel. Vor allem: "Tom ist eigentlich ganz nett", findet sie nämlich. Dass die Sache ein glückliches Ende nimmt, ist gut. Paul wechselt übrigens am Schluss auch die Farbe: Er wird grün. Es ist ein Ruf nach mehr Verständnis, danach, aufzupassen, niemanden zu verletzen. Wer mehr zum Thema Mobbing wissen will, dem bietet der Verlag Begleitmaterial gratis an. Und, einmal ganz ehrlich: Bei manchen Menschen schaut Rotwerden so richtig sympathisch und herzlich aus. (Peter Mayr, DER STANDARD, 17.3.2014)

Jan De Kinder
Tomatenrot oder Mobben macht traurig

Atlantis-Verlag 2014
40 Seiten,  15,40 Euro

Share if you care.