Weltweite Waffenexporte steigen um 14 Prozent - Indien größter Waffenimporteur

Infografik17. März 2014, 13:52
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Fünfzig Prozent aller Waffen werden nach Asien exportiert - USA und Russland allein exportieren 56 Prozent aller Waffen

Das Volumen der Exporte von schweren Waffen stieg im Zeitraum von 2009 bis 2013 um 14 Prozent, verglichen mit den fünf Jahren davor. Der größte Exporteur sind die USA, die Vereinigten Staaten haben einen Anteil von 29 Prozent an den weltweiten Waffenexporten. Dahinter liegt Russland (27 Prozent), auf Rang drei folgt Deutschland mit sieben Prozent. Die Zahlen stammen vom schwedischen Friedensforschungsinstitut SIPRI. Kleinwaffen wie Pistolen sind in der Statistik nicht enthalten.

Die zehn größten Exportländer von Waffen (Zahlen geben den weltweiten Anteil an):

Die fünf Länder USA, Russland, Deutschland, China und Frankreich sind für drei Viertel aller weltweiten Waffenexporte verantwortlich:

Obwohl der Anteil der USA gesunken ist, ist das Volumen der US-Exporte um elf Prozent gestiegen. An Deutschland, die Niederlande, die VAE, Japan und Taiwan wurden Raketenabwehrsysteme verkauft. Der größte Teil der US-Exporte betrifft aber Flugzeuge, im Zeitraum von 2009 bis 2013 wurden 252 Kampfflugzeuge exportiert. Das soll mit dem F-35-Programm, dem teuersten Waffenprogramm aller Zeiten, auch so weitergehen. Australien, Israel, Italien, Japan und einige andere Länder haben solche Flieger schon bestellt.

Ein F-35B-Kampfjet bei einem Waffentest über der Edwards Air Force Base in Kalifornien/USA im Oktober 2013. Foto: Reuters/US Navy

Ebenfalls angestiegen sind die Exporte Russlands. Die größten Empfängerländer waren Indien, China und Algerien. Dorthin wurde die Hälfte des Waffenvolumens geliefert. Schiffe machten rund ein Viertel der russischen Exporte aus, darunter war etwa der Flugzeugträger Vikramaditya (früher: Admiral Gorschkow) und das Atom-U-Boot INS Chakra (früher: K-152 Nerpa) an Indien.

Der indische Verteidigungsminister (2. v. li.), als Russland nach langen Verzögerungen den Flugzeugträger Vikramaditya im November 2013 auslieferte. Foto: REUTERS

Hinter den USA und Russland liegt Deutschland. Der Nummer-drei-Waffenexporteur verkaufte von 2009 bis 2013 650 Panzer an sieben Staaten. Auf Rang vier liegt China, dessen Exporte im Vergleichszeitraum um mehr als 200 Prozent stiegen. Drei Viertel aller chinesischen Exporte gingen nach Pakistan, Bangladesch und Myanmar. Durch die immer fortschrittlicher werdende Waffenindustrie wird China am Waffenmarkt immer mehr zum Konkurrenten der USA, Russlands und der europäischen Staaten.

Die Hälfte aller Waffen wurde von asiatischen Staaten importiert

Während der Anteil der Importe von Europa, Amerika und dem Nahen Osten sank, stieg jener Asiens (fünf Prozent) und Afrikas (zwei Prozent):

Den größten Anteil an weltweiten Waffenimporten hält Indien. Das Land hat von 2009 bis 2013 rund 14 Prozent des weltweiten Volumens an Waffen importiert. In den fünf Jahren zuvor waren es noch sieben Prozent. Damit hat Indien China als Nummer eins abgelöst. Chinas Anteil an den globalen Waffenimporten sank von elf auf fünf Prozent, gleichzeitig stiegen aber die Exporte Chinas von zwei auf sechs Prozent.

Die zehn größten Importländer von Waffen (Zahlen geben den weltweiten Anteil an):

Indien importiert fast dreimal so viele Waffen wie die dahinterliegenden Staaten China und Pakistan. Die drei Länder sind auch regionale Konkurrenten, wobei Pakistan vor allem aus China importiert.

Europäische Staaten importieren weniger

Die Waffenimporte europäischer Staaten haben um ungefähr ein Viertel abgenommen. Der größte Importeur war Großbritannien, dahinter lagen Aserbaidschan, das gegen einen territorialen Konflikt mit Armenien gerüstet sein will, und Griechenland. Vergleicht man den Zeitraum von 2009 bis 2013 mit dem von 2004 bis 2008, haben aber die griechischen Importe um rund 50 Prozent abgenommen. Exemplarisch: In Deutschland wurden vor der Krise vier U-Boote bestellt. Das hat man mittlerweile verschoben.

Zudem geht der Trend in Europa zu Secondhand-Waffen: Rumänien kaufte neun gebrauchte F-16C-Kampfflugzeuge von Portugal und drei von den USA, Kroatien fünf MiG-21bis von der Ukraine, Polen 119 gebrauchte Leopard-2-Panzer von Deutschland, Finnland 100 Leopard-2 von den Niederlanden.

Österreichs Im- und Exporte

Nach SIPRI-Schätzungen liegt Österreich im Zeitraum von 2009 bis 2013, was die Exporte betrifft, an 31. Stelle, davor lag man auf Rang 26. Österreich ist damit für rund 0,5 Prozent aller Waffenexporte verantwortlich. Verglichen mit anderen ähnlich großen Ländern, exportiert Österreich wenige schwere Waffen. Israel, Schweden oder die Niederlande würden auf den Plätzen zehn bis zwölf rangieren, sagte SIPRI-Studienautor Pieter Wezeman zur APA.

Exportiert wurden unter anderem 105 Pandur-2-Truppentransporter und 22 Pandur-2-Schützenpanzer nach Portugal. Neben dem Pandur wurden vor allem Drohnen der Firma Schiebel (Camcopter S-100) verkauft. Abnehmerländer waren Jordanien, Libyen, die VAE sowie die USA. Flugzeuge der Firma Diamond Aircraft wurden an Bolivien, Ghana, Polen, Thailand, die USA und Venezuela verkauft. Außerdem wurden an Saudi-Arabien 37 Granatwerfer verkauft, Dieselmotoren für Motorschlitten an Deutschland und Italien sowie für den leichten französischen Radpanzer VBL an Kuwait. Sechs gebrauchte OH-58 Hubschrauber wurden 2009 an Uganda verkauft. An Turkmenistan sollen 2010-2011 zehn gepanzerte Lastwagen der Tiroler Firma Achleitner verkauft worden sein.

Exporte in Krisenländer

Die USA (Kampfflugzeuger, Kampfhubschrauber und Panzer) und Spanien (ein Transportflugzeug) haben ihre Exporte nach Ägypten ausgesetzt, Russland lieferte seine 14 Mi-17V-5-Hubschrauber hingegen sehr wohl. Syrien wird quasi ausschließlich von Russland beliefert. Der Irak bekam Ende 2013 die ersten vier Mi-35-Kampfhubschrauber aus Russland, weitere sollen folgen. Zusätzlich hat der Irak 24 Trainingsjets in Südkorea bestellt. 2014 sollen 36 F-16C-Kampfflugzeuge aus den USA folgen. (Florian Gossy/Markus Hametner/APA, derStandard.at, 17.3.2014)

Zu den Daten

Die Daten stammen vom schwedischen Friedensforschungsinstitut SIPRI. Mehr dazu gibt es hier. - Das Volumen von Waffengeschäften kann von Jahr zu Jahr stark steigen. Um eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten, werden deshalb immer Zeiträume von fünf Jahren verglichen. In diesem Artikel wird der Wandel in den Zeiträumen 2004-2008 und 2009-2013 verglichen.

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