Moyamoya kann zu Schlaganfällen bei Kindern führen

17. März 2014, 07:57
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Ein neuer Patientenratgeber zur Moyamoya-Angiopathie soll Informationslücken bei Betroffenen, Ärzten, Pflegern und Therapeuten schließen

Moyamoya ist Japanisch und heißt so viel wie "Wölkchen". Bei jungen Menschen, die von der Moyamoya-Erkrankung betroffen sind, zeigt sich in der Angiografie (radiologische Darstellung der Blutgefäße, Anm.Red.) ein Geflecht kleiner, neugebildeter Blutgefäße des Gehirns, das wie eine Rauchwolke imponiert. Dieses entsteht, weil die großen hirnversorgenden Arterien ohne erkennbaren Grund verengt oder völlig blockiert sind.

Wenig Information

Im Gegensatz zum ostasiatischen Raum ist die Moyamoya-Erkrankung in Österreich und Deutschland eine sehr seltene Ursache für Schlaganfälle bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Europaweit sind 0,03 Prozent der Bevölkerung von der Erkrankung betroffen, entsprechend wenig sind auch Mediziner darüber informiert. Markus Krämer, leitender Oberarzt der Klinik für Neurologie am Alfried Krupp Krankenhaus in Essen ist einer der wenigen Experten auf dem Gebiet der Moyamoya-Ekrankung. Mit der Hausgabe eines Patientenratgebers will er Informationslücken schließen. 

Umleitung von Blut

Die Moyamoya-Angiopathie gehört zu den seltenen Erkrankungen. Viele Patienten haben daher bis zur korrekten Diagnose und zielgerichteten Therapie eine Odyssee hinter sich. Dabei ist die Erkrankung mit Hilfe einer Bypass-Operation, bei der das Blut von der Schläfenarterie zum Gehirn umgeleitet wird gut behandelbar. Eine Mangeldurchblutung des Gehirns wird dabei ausgeglichen und das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden normalisiert sich. 

Chronische Kopfschmerzen und epileptische Anfälle, die im Rahmen dieser Erkrankung unter anderem auftreten können, erfordern eine spezialisierte neurologische Langzeittherapie. (red, derStandard.at, 17.3.2014)

 

 

 

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