Krieg in Syrien: Der Fall Yabruds

Kommentar16. März 2014, 18:26
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Das Regime konsolidiert seine Kontrolle über den Osten des Landes

Während die Welt gebannt auf die Krim schaut, geht in Syrien eine der - zumindest aus momentaner Perspektive - Entscheidungsschlachten zu Ende. Seit Mitte November trieben die Assad-Regierungstruppen ihre Offensive in den Kalamun-Bergen voran. Mit der Einnahme der Stadt Yabrud am Sonntag hat das Regime den Rebellen die Versorgungsroute in den Libanon abgeschnitten und sich Gebiete zurückgeholt, von denen aus zuvor Damaskus angegriffen worden war. Das Regime konsolidiert seine Kontrolle über den Osten des Landes.

Die an den Kämpfen beteiligten Gruppen bilden ein Kaleidoskop des syrischen Kriegs. Auf der Regimeseite finden sich neben der regulären Armee die libanesische Hisbollah und schiitische Kämpfer etwa aus dem Irak, auf der anderen Seite Rebellen aller Couleurs und Nationen: von der vom Westen akzeptierten "Free Syrian Army" über die saudisch gesponserten syrischen Islamisten der "Islamischen Front" bis zur Al-Kaida-affiliierten Nusra, die auch in Saudi-Arabien als Terrororganisation verboten ist.

Die Entscheidung in Yabrud wird Folgen haben, die über das betroffene Gebiet hinausgehen: Bei den libanesischen Behörden herrscht große Angst vor dem Rück- und Einströmen von Rebellen, die das fragile Land weiter destabilisieren würden. Und im Süden Syriens, im geplagten Deraa, wo die Versorgungswege von Jordanien noch offen sind, ist eine neue Rebellenoffensive zu erwarten. (DER STANDARD, 17.3.2014)

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