Porr-Zentrale wird verkauft

16. März 2014, 17:53
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Rund neun Monate nach der Pleite der Baufirma Alpine sei der Preisdruck nach wie vor groß, sagt Porr-Chef Karl Heinz Strauss

Wien - "Es ist erstaunlich, wie schnell die Alpine absorbiert wurde", sagt Porr-Chef Karl Heinz Strauss. Im Juni 2013 ging das damals zweitgrößte heimische Bauunternehmen Alpine mit fast vier Milliarden Euro Passiva Pleite. Jetzt, rund neun Monate später steht fest, dass fast alle der rund 7000 Mitarbeiter in Österreich einen Job gefunden haben, weil sie von den Mitbewerbern übernommen wurden.

Am Preisdruck, so Strauss, hätte sich aber nichts geändert. Wie berichtet, war die Alpine für ihre Dumpingpreise bekannt. Es fände nach wie vor ein Kampf um die Aufträge statt und es gebe einen Druck auf die Margen. Jetzt gehe es bei den Mitbewerbern darum, neue Baustellen für die übernommenen Ex-Alpine-Mitarbeiter zu bekommen, sagt Strauss.

Der heimische Baumarkt wachse von den Baustellen her "bescheiden". Der Hochbau sei ein starker Wachstumsmarkt. Im Tiefbau stünden keine größeren Baumaßnahmen an. Strauss: "Wir brauchen kein Konjunkturpaket, aber die vorgesehenen Infrastrukturmaßnahmen sollten durchgeführt werden".

2013 habe die Porr "plangemäß" nicht betriebsnotwendige Immobilien im Wert von bis zu 180 Mio. Euro verkauft. Heuer will Strauss die vor 14 Jahren errichtete Konzernzentrale im zehnten Wiener Gemeindebezirk von der Leasingfirma zurückkaufen, sanieren und weiter verkaufen. Die Porr würde weiter als Mieter im Tower bleiben.

"Arbeitswelt neu"

Unter dem Titel "Arbeitswelt neu" werden ab sofort alle Porr-Bürogebäude umgebaut. Offenheit und Transparenz seien die Themen. Demzufolge würden starre Wände entfernt und durch Glasscheiben ersetzt werden. Die Büros des Porr-Vorstandes seien die ersten, die nun umgerüstet würden. Die Bürogebäude in Kapfenberg, Gänserndorf, in Tirol und Klagenfurt seien die ersten, die umgerüstet werden.

Welche Preisvorstellungen Strauss für das Porr-Hochhaus samt angrenzendem Flachbau hat, wollte er nicht sagen. "Wir sprechen mit drei Investoren". Für ein Gebäude dieser Größenordnung könne man eine Rendite von fünf bis sechs Prozent erwarten.

Die Porr ist neben der Wiener Städtischen ein Großaktionär vom Palais Hanson, in dem das Hotel Kempinski untergebracht ist. Von den 17 Wohnungen im Hotel seien 16 bereits verkauft. Seit der Fertigstellung des Gebäudes gebe es Anfragen von Fonds, die die Immobilie kaufen wollen. Derzeit gebe es aber kein Interesse, die Immobilie zu verkaufen. Die 2013 erworbenen Rosenhügelstudios werden heuer geplant und gewidmet: Geplant sind Miet- und Eigentumswohnungen, ein Kindergarten und ein Merkur. (DER STANDARD, 17.3.2014)

  • 14 Jahre nach der Errichtung wird die Porr-Zentrale komplett saniert . Statt Einzelbüros kommen Gruppen- und Projektbüros.
    foto: standard/hendrich

    14 Jahre nach der Errichtung wird die Porr-Zentrale komplett saniert . Statt Einzelbüros kommen Gruppen- und Projektbüros.

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