Fahrverbot in Paris: Feinstaub verpflichtet

Kommentar16. März 2014, 17:52
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Ob die Initiative, die an das Umweltbewusstsein der Autofahrer appelliert, greift, ist fraglich

Die Auto- und Motorradfahrer in ihren Rechten beschränken zu wollen ist traditionell mit einem Aufschrei verbunden. In Paris tritt am Montag ein Fahrverbot in Kraft, weil die Feinstaub-Grenzwerte seit Tagen ordentlich überschritten werden. Selbst der Eiffelturm ist durch den Smog verdeckt. An einem Tag dürfen Autos mit geraden, am anderen Tag jene mit ungeraden Zahlen auf dem Kennzeichenschild unterwegs sein. Die Auto-Lobby schreit auf und vermutet politisches Kleingeld, weil Ende des Monats Kommunalwahlen stattfinden.

Auch in Österreich werden Feinstaub-Grenzwerte seit Tagen überschritten. Erlaubt sind maximal 25 Überschreitungen im ganzen Jahr. In Linz wurden bei einer Messstelle nahe der A7 nach nur zweieinhalb Monaten bereits 20 Überschreitungen registriert, bei einer Messstelle auf der Wiener Taborstraße waren es 19.

Das feinstaubgeplagte Graz hat zur Reduzierung des Problems einen autofreien Tag eingeführt. Mittels Plakette sollen Autofahrer ab Oktober 2014 darauf hinweisen, dass sie einen Tag pro Woche auf ihr geliebtes Vehikel verzichten - freiwillig. Dafür bekommen sie ein günstiges Öffi-Ticket. Ob diese Initiative, die an das Umweltbewusstsein der Autofahrer appelliert, auch greift, ist freilich fraglich. In Paris wurden am Wochenende Gratis-Öffi-Tickets und Gratisparkplätze angeboten. Der Eiffelturm blieb aber hinter einer Smogwolke weitgehend versteckt. (David Krutzler, DER STANDARD, 17.3.2014)

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