Rosberg gewinnt, Ricciardo disqualifiziert

16. März 2014, 08:38
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Benzindurchflussmenge am Wagen des zweitplatzierten Australiers zu hoch, Red Bull kündigt Protest an - Button rückt aufs Stockerl - Hamilton und Vettel mit Defekten ausgeschieden

Mercedes ist seiner Favoritenrolle am Sonntag beim Formel-1-Saisonstart in Melbourne gerecht geworden. Der Deutsche Nico Rosberg triumphierte überlegen vor den beiden McLaren-Piloten Kevin Magnussen und Jenson Button. Der ursprünglich zweitplatzierte Red-Bull-Neuzugang Daniel Ricciardo wurde wegen einer zu großen Benzindurchflussmenge im Motor nachträglich disqualifiziert.

Red Bull kündigt Protest an

Für Ricciardo wäre es im ersten Rennen für Red Bull der erste Podestplatz seiner Karriere gewesen. Das Weltmeisterteam kündigte einen Protest an, weil das Messgerät ungenau sein soll. Ricciardos Teamkollege Sebastian Vettel schied ebenso wie Pole-Position-Mann Lewis Hamilton im zweiten Mercedes bereits in der Anfangsphase wegen eines Sensor- bzw. Motordefektes aus.

Rosberg dominierte das Rennen, wurde am Ende 26,7 Sekunden vor Magnussen gewertet. Der 21-jährige Däne, Sohn des früheren Formel-1-Piloten Jan Magnussen, war die wahre Sensation des Rennens. Der McLaren-Youngster landete bei seinem allerersten Grand Prix auf dem Podest. Das war zuletzt 2007 Hamilton gelungen. Beim Debüt Zweiter war zuletzt Jacques Villeneuve 1996.

Lauda: "Gefahren wie ein Gott"

Am vierten GP-Sieg von Rosberg gab es aber nichts zu rütteln. "Ich bin auf Wolke sieben. Mein Silberpfeil ging ab wie sonst etwas. Dieses Ding war einfach unglaublich schnell", jubelte der 28-Jährige. "Er ist gefahren wie ein Gott, ohne Fehler", lobte Ex-Weltmeister Niki Lauda. "So leicht wie es ausgesehen hat, war es gar nicht", ergänzte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.

Rosberg wird bereits 18 Rennen vor Schluss als Titelfavorit gehandelt, er selbst sagt: "Bis dahin ist es noch ein so langer Weg, ich freue mich jetzt erst einmal nur über den Sieg." Auch Lauda blieb zurückhaltend: "Es ist noch eine lange Saison, aber ich glaube, die Voraussetzungen für Mercedes sind sehr gut."

Die Umstellung auf die Turbomotoren, die neue Aerodynamik und weitere Details ist den Deutschen am besten gelungen. "Das Team hat so verdammt hart gearbeitet, dafür geht ein großer Dank an sie", sagte Rosberg. Kaum aus seinem Mercedes gestiegen, war er seiner Verlobten Vivian in die Arme gesunken. "Danke, dass du mit nach Australien gekommen bist." Selbst die Formel 1 menschelt ab und zu.

Mercedes widmete den Sieg Rekordweltmeister Michael Schumacher, der zweieinhalb Monate nach einem Skiunfall in Frankreich immer noch im Koma liegt. Die Silberpfeile dürften zwar das Team sein, das es in dieser Saison zu schlagen gilt. Als Führender der Konstrukteurs-WM reist aber McLaren zum zweiten Rennen in zwei Wochen nach Kuala Lumpur. "Es fühlt sich wie ein Sieg an", versicherte Magnussen.

13 von 22 Autos gewertet

Hinter dem McLaren-Duo klassierte sich Ferrari-Star Fernando Alonso. Sein neuer Teamkollege Kimi Räikkönen enttäuschte als Siebenter. 13 der 22 Autos kamen bei der Premiere der Sechszylinder-Turbomotoren in die Wertung. Red Bull Zweitteam Toro Rosso brachte mit Jean-Eric Vergne (8.) und Debütant Daniil Kwjat (9.) beide Piloten in die Punkteränge.

Der Russe Kwjat ist mit 19 Jahren und 324 Tagen gar der jüngste Fahrer der Geschichte mit WM-Punkten. In dieser Rolle löste er Vettel ab. Der Weltmeister wollte sich vom Nuller zum Auftakt nicht entmutigen lassen. "Bloß nicht den Kopf hängen lassen", betonte Vettel. "Es ist ein langes Jahr. So wie es uns jetzt erwischt hat, kann es irgendwann auch die anderen erwischen." (APA/sid/red, 16.3.2014)

  • Eine nicht ganz perfekte Siegerehrung.
    foto: epa/diego azubel

    Eine nicht ganz perfekte Siegerehrung.

  • Zu früh gefeiert hat Daniel Ricciardo (Red Bull).
    foto: epa/srdjan suki

    Zu früh gefeiert hat Daniel Ricciardo (Red Bull).

  • Starke Performance von Rookie Kevin Magnussen (McLaren).
    foto: epa/srdjan suki

    Starke Performance von Rookie Kevin Magnussen (McLaren).

  • Kamui Kobayashi (Caterham) verwandelte seinen Wagen zu Schrott.
    foto: ap/ ross land

    Kamui Kobayashi (Caterham) verwandelte seinen Wagen zu Schrott.

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