Statt G-8 in Sotschi tagen womöglich G-7 in London

15. März 2014, 20:38
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Ausgrenzung Russlands wegen Ukraine-Krise schon länger erwogen

Sotschi - Die westlichen Staaten bereiten unter dem Eindruck der Ukraine-Krise offenbar ein Treffen der führenden sieben Industriestaaten (G-7) anstelle des G-8-Treffens im russischen Sotschi vor. Die britische Regierung habe London als alternativen Treffpunkt vorgeschlagen, berichtete der "Spiegel" am Samstag im Voraus aus seiner jüngsten Ausgabe unter Berufung auf Berliner Regierungskreise.

Der Vorschlag sei bei den anderen Teilnehmern - den USA, Deutschland, Japan, Kanada, Italien und Frankreich - auf Wohlwollen gestoßen. Deutschland habe im Einvernehmen mit den anderen G-7-Partnern die Vorbereitungen für den G-8-Gipfel in Sotschi ausgesetzt, erklärte eine Regierungssprecherin in einer Reaktion auf den Vorabbericht des "Spiegel". "Darüber hinaus gehende Entscheidungen sind noch nicht gefallen."

"Kleines, frostiges Format"

Falls der russische Präsident Wladimir Putin im Streit um die Halbinsel Krim nicht einlenke, werde Berlin auch die für April in Leipzig geplanten deutsch-russischen Regierungskonsultationen absagen, heißt es in dem "Spiegel"-Bericht weiter. Allenfalls ein "kleines, frostiges Format" sei denkbar. Dazu erklärte die Regierungssprecherin, zu den geplanten deutsch-russischen Regierungskoalitionen werde sich die deutsche Bundesregierung "zum gegebenen Zeitpunkt" äußern.

Russland hat derzeit die G-8-Präsidentschaft inne. Moskau plant für Anfang Juni ein G-8-Treffen in Sotschi, dem Austragungsort der Olympischen Winterspiele.

Auf der seit Jahrzehnten zur Ukraine gehörenden Halbinsel Krim soll am Sonntag ein Referendum über eine Eingliederung in die Russische Föderation abgehalten werden. Russische Militäreinheiten stehen seit Wochen auf der Krim. Russland befürwortet die Volksabstimmung, die von den westlichen Regierungen für völkerrechtswidrig erklärt wurde. (APA, 15.3.2014)

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