Resolution: ORF-Journalisten fordern Mitsprache bei Newsroom

14. März 2014, 15:54
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Der geplante Newsroom müsse "Pluralität, Meinungsvielfalt und unabhängigen Journalismus" gewährleisten

Wien - Der ORF-Redakteursauschuss fordert von der ORF-Geschäftsführung Mitsprache bei der Gestaltung des neuen Newsrooms, der auf dem Küniglberg für Fernsehen, Radio und Online enstehen wird. Um die Forderung zu untermauern, wurde bei der Sitzung am Freitag eine Resolution beschlossen. Hier im Wortlaut

"Der ORF-Redakteursausschuss, das sind die Redakteurssprecher/innen aus allen ORF-Bereichen, hat bei seiner heutigen Sitzung folgende Resolution beschlossen:

Da die Konzentration aller ORF-Redaktionen auf dem Wiener Küniglberg vom Stiftungsrat abgesegnet wurde, fordern die ORF-Journalist/innen die mehrfach zugesagte Einbindung in die Planung. Es muss sichergestellt werden, dass es auch in einem multi-medialen Newsroom genügend journalistische Ressourcen gibt, die Pluralität, Meinungsvielfalt und unabhängigen Journalismus weiterhin ermöglichen. Wir wollen verhindern, dass ein zentraler Chefredakteur installiert werden kann, der über alle ORF-Medien entscheiden könnte, worüber das ORF-Publikum informiert wird und auch, worüber nicht berichtet wird. Das wäre eine Gefahr für die Demokratie in Österreich.

Die personelle Ausstattung vieler Redaktionen innerhalb des ORF ist bereits über weite Teile unter dem Mindestmaß, das für ausführliche und kritische Berichterstattung notwendig ist. Deswegen fordern wir das ORF-Management auf, von weiteren Personalkürzungen im redaktionellen Bereich abzusehen. Die Reduktion von Personal bei gleichzeitiger Steigerung der produzierten Sendeminuten führt zwangsläufig zu schlechterer Qualität in der Berichterstattung. Damit würde der ORF aber seine Gebührenlegitimation gefährden. Zwtl.: Appell an die Politik

In diesen Tagen werden ORF-Publikumsrat und -Stiftungsrat neu besetzt. Dies findet auf Basis eines Gesetzes statt, das zum Teil vom Verfassungsgerichtshof aufgehoben wurde. Die großen Reform-Versprechen von Bundeskanzler Werner Faymann und Vizekanzler Michael Spindelegger sind im Sand verlaufen. Trotzdem appellieren die ORF-Journalisten an die politischen Parteien und die anderen Entsender für die ORF-Gremien: Stellen Sie Parteiinteressen bei der Auswahl der Aufsichtsgremien endlich zurück und bestellen Sie im Interesse des ORF und seines Publikums ausschließlich nach Qualifikation, persönlicher Integrität und Fachkenntnis!

Der Redakteursrat wird turnusmäßig alle zwei Jahre vom Redakteursausschuss neu gewählt. Eva Ziegler (Studio OÖ) - seit acht Jahren als Vertreterin der Bundesländer-Redaktionen im Redakteursrat - hat ihre Funktion zurück gelegt. Ihre bisherige Stellvertreterin Margit Schuschou (Studio Tirol) rückt nach, stv. Redakteursrat für die Landesstudios wird Helmut Schöffmann (Studio Steiermark). Im Radio-Bereich bleibt unverändert Peter Daser (Radio-Information) Redakteursrat, seine Stellvertreterin bleibt Zita Bereuter (FM4). Auch der TV-Bereich bleibt unverändert: Dieter Bornemann (ZiB) wurde ohne Gegenstimme zum Vorsitzenden des Redakteursrates gewählt. Stv. TV-Redakteursrätin ist weiterhin Martina Schmidt (Report)." (red, derStandard.at, 14.3.2014)

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