Rapid gegen Ried und die Durststrecke

14. März 2014, 16:19
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Hütteldorfer wollen gegen die Oberösterreicher endlich wieder einen vollen Erfolg einfahren. Personalprobleme bei den Riedern

Fußball-Rekordmeister Rapid will am Samstag im Hanappi-Stadion gegen Ried eine Durststrecke beenden. Die Hütteldorfer warten seit vier Partien auf einen Sieg und schafften in den vergangenen neun Runden nur einen vollen Erfolg. Da scheinen die Rieder als Gegner gerade recht zu kommen - gegen die Innviertler hat Grün-Weiß keines der bisherigen 33 Liga-Heimspiele verloren.

Von dieser Statistik hält Trainer Zoran Barisic aber nicht allzu viel. "Ich kann mit solchen Dingen nichts anfangen. Jedes Spiel beginnt bei Null", betonte der Wiener. Im Duell mit den Oberösterreichern hofft der 43-Jährige auf eine bessere Chancenauswertung. "Uns hat zuletzt Effizienz, Entschlossenheit und Präzision vor dem Tor gefehlt."

Hoffnungen in Alar

Ansonsten könne er seiner Mannschaft keine Vorwürfe machen. "Wenn man die Leistungen im Frühjahr außer der ersten Hälfte in Innsbruck hernimmt, kann man sagen, dass wir uns weiterentwickelt haben", meinte Barisic. Bei Steffen Hofmann hingegen geriet der Motor zuletzt ins Stocken. "Es ist wichtig, dass man ihm den Druck nimmt", sagte der Coach über den Kapitän, der möglicherweise vorerst auf der Bank Platz nimmt. Dafür könnte Deni Alar beginnen.

Mit dem Goalgetter soll es gelingen, dass Rapid erstmals in diesem Jahr und damit auch erstmals in der Amtszeit von Sportdirektor Andreas Müller mit 1:0 in Führung geht. "Gegen Ried wäre der richtige Zeitpunkt da", mutmaßte der Deutsche. In diesem Zusammenhang verriet Barisic schon den Inhalt seiner Kabinenansprache vor dem Anpfiff. "Ich werde den Spielern sagen, wir sind 0:1 hinten und befinden uns in der 70. Minute."

Im Hinblick auf die Tabelle - Rapid ist derzeit nur Vierter und damit außerhalb der Europa-League-Ränge - war dem Coach weniger zu scherzen zumute. "Wir haben geahnt, dass es knapp zugehen wird, und wir sind mental darauf eingestellt, dass wir hart zu kämpfen haben", meinte Barisic über die angestrebte Europacup-Teilnahme.

Schutz und Leidenschaft

Den nur einen Punkt hinter Rapid liegenden Kontrahenten aus Ried bezeichnete der Ex-Teamspieler als eine "sehr gute Mannschaft, die gegen uns ein Konzept haben wird". Barisic rechnet mit vielen langen Bällen und Gefahr bei Standardsituationen. "Da müssen wir hochkonzentriert sein."

Den Anhängern versprach Barisic ein leidenschaftliches Auftreten seiner Truppe. "Die Spieler werden von der ersten Minute an Gas geben und alles versuchen, um die Fans zufriedenzustellen." Einmal mehr nahm der Coach seine Kicker in Schutz - Hofmann und Co. suchen keine Ausreden, sondern "setzen sich selbst irrsinnig unter Druck", beteuerte Barisic.

Für Druckausgleich könnte Terrence Boyd sorgen, sofern sich der US-Amerikaner bei der Chancenverwertung steigert. "Wir müssen vor dem Tor kühlen Kopf bewahren. Spielerisch und vom Einsatz her können wir uns nichts vorwerfen", erklärte der Stürmer. Die aktuelle Situation sei "überhaupt nicht" mit jener vom vergangenen Jahr vergleichbar, so Boyd. Damals blieb Rapid neun Liga-Partien en suite sieglos.

Mut

Auch Ried-Coach Michael Angerschmid wollte nichts von einer angeblichen Rapid-Krise hören. "Das ist eine junge Mannschaft, die umgebaut wurde. Dass es da ab und zu einen Hänger gibt, ist klar", sagte der Oberösterreicher.

Sein Team wartet seit vier Partien auf einen vollen Erfolg, ist auswärts seit neun Matches sieglos und hat zudem mit massiven Personalproblemen zu kämpfen. Dennoch reisten die Innviertler zuversichtlich nach Wien. "Wir wollen uns nicht nur hinten reinstellen, sondern mutig nach vorne spielen", kündigte Angerschmid an. Mit einer Niederlage im Hanappi-Stadion würde man im Europacup-Rennen empfindlich ins Hintertreffen geraten. "Deshalb müssen wir unbedingt punkten", forderte der Trainer. (APA, 14.03.2014)

Technische Daten und mögliche Aufstellungen:

SK Rapid Wien - SV Ried (Wien, Hanappi-Stadion, Samstag, 19.00 Uhr, SR Hameter). Bisherige Saisonergebnisse: 2:0 (h), 0:2 (a).

Rapid: Novota - Trimmel, Sonnleitner, Behrendt, Schrammel - Wydra, Petsos - Burgstaller, Alar, Sabitzer - Boyd

Ersatz: Maric - Palla, M. Hofmann, Schimpelsberger, Grozurek, S. Hofmann, Schaub, Starkl

Es fehlen: Dibon, Boskovic, Pavelic (alle verletzt)

Ried: Gebauer - Hinum, Reifeltshammer, Janeczek, A. Schicker - Pichler, Ziegl - Sandro, Oliva, Kragl - Gartler

Ersatz: Höbarth - Baumgartner, Schneider, Gligoric, Kreuzer, Vastic

Es fehlen: Reiter, Riegler, Wieser, Möschl, Walch, Perstaller, Burghuber (alle verletzt bzw. im Aufbautraining), Zwischenbrugger (gesperrt)

  • Schluss mit durstig.
    foto: apa/epa/groder

    Schluss mit durstig.

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