Wiener Krebshilfe will mobile psychologische Betreuung starten

14. März 2014, 15:34
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Anlässlich des 20-jährigen Jubliäums der Wiener Krebshilfe wird das Angebot für Schwerkranke, die zu Hause betreut werden müssen, ausgebaut

Die Wiener Krebshilfe feiert heuer ihr 20-jähriges Bestehen - rund 60.000 Betroffene wurden seit der Gründung im Mai 1994 beraten. Pünktlich zum runden Geburtstag will die Einrichtung nun ihr Angebot ausweiten und eine mobile psychologische Betreuung aufbauen, sagt Vereinspräsident Michael Micksche. Das nötige Geld soll eine Charity-Aktion bringen.

Kostenlose Beratung zu Hause

Rund 7.000 Krebsneuerkrankungen werden in der Bundeshauptstadt jährlich gezählt. Bei Frauen steht Brustkrebs, bei Männern Prostatakrebs ganz oben auf der Liste. Auch Darm- und Lungenkrebs werden häufig festgestellt. Für Patienten und deren Umfeld, deren Leben und Alltag sich mit einer Krebsdiagnose schlagartig ändern, bietet die Krebshilfe kostenlose Beratung und Unterstützung - von therapeutischen Gruppenangeboten über arbeitsrechtliche Hilfe bis zu Ernährungstipps. Als Anlaufstelle dient das Beratungszentrum in der Theresiengasse 46 in Währing unweit des AKH.

Bald soll es aber auch mobile psychologische Teams geben, die zu den Patienten nach Hause kommen. "Schwerkranke können unser Angebot oft nicht annehmen", begründete Micksche die Notwendigkeit derartiger Hilfeleistungen. Dafür brauche man aber viel Geld. Deshalb hat die Krebshilfe die Aktion "Puzzle For Life" ins Leben gerufen. Dafür gestaltet Promifotograf Manfred Baumann ein Bild, das online in 1.350 virtuelle Teile zerlegt wird. Sponsoren können dann Puzzleteile kaufen - 200 Euro kostet das Stück.

Krebs nicht länger ein Tabu

Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) lobte den Verein dafür, das Thema Krebs zunehmend aus der Tabuzone geholt zu haben. Auch die Aufnahme der kostenlosen HPV-Impfung (Humane Papilloma-Viren - sie können unter anderem Gebärmutterhalskrebs auslösen, Anm.) in das Kinderimpfprogramm oder das organisierte Brustkrebs-Screening seien nicht zuletzt dem Einsatz der Krebshilfe geschuldet, so die Ressortchefin.

Vereinschef Micksche nutzte die Gelegenheit, die Forderung nach einem Recht für Krebspatienten auf Teilzeitkrankenstand zu bekräftigen. Denn es sei der Gesundung nicht gerade förderlich, wenn Menschen, die arbeiten wollten und könnten, dies nicht dürften. Die Krebshilfe Wien hat einen jährlichen Finanzbedarf von rund 500.000 Euro. Die Einrichtung kommt größtenteils ohne Zuschüsse der öffentlichen Hand aus und finanziert sich aus Sponsoren- und Spendengeldern. (APA, derStandard.at, 14.3.2014)

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