Lettischer Minister wegen geplanter Teilnahme an SS-Gedenken gefeuert

14. März 2014, 11:44
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Regionen-Minister Cilinskis widersetzte sich Marschverbot für Kabinettsmitglieder

Riga - Der lettische Minister für Regionen, Einars Cilinskis, ist am Freitag von Ministerpräsidentin Laimdota Straujuma entlassen worden. Cilinskis, ein Mitglied der weit rechts stehenden Nationalen Allianz, hatte sich einem mehrheitlich beschlossenen Verbot für Kabinettsmitglieder zur Teilnahme an einem umstrittenen Gedenken an die Kämpfer der ehemaligen lettischen Waffen-SS widersetzt.

Cilinskis will trotz seiner Entlassung auch weiterhin am kommenden Sonntag (16. März) bei einem Marsch am sogenannten "Tag der Legion" teilnehmen. Straujuma und ihr im November zurückgetretener Vorgänger Valdis Dombrovskis hatten eindringlich an sämtliche Regierungsmitglieder appelliert, angesichts der Situation in der Ukraine auf eine Teilnahme zu verzichten.

In Lettland ist man derzeit bemüht, mögliche Provokationen gegenüber der starken russischen Minderheit zu vermeiden. Manche Politiker befürchten nach der Besetzung der überwiegend russischsprachigen, zur Ukraine gehörenden Halbinsel Krim steigenden Druck Moskaus auf die baltischen Staaten, wo vor allem in den Hauptstädten Tallinn und Riga sowie in den jeweils östlichen Landesteilen Hunderttausende Russen leben. (APA, 14.3.2014)

  • So wie 2012 will Einars Cilinskis (Zweiter von links) auch heuer am "Tag der Legion" teilnehmen. Deshalb wurde er von Ministerpräsidentin Laimdota Straujuma als Regionenminister entlassen.
    foto: reuters/ints kalnins

    So wie 2012 will Einars Cilinskis (Zweiter von links) auch heuer am "Tag der Legion" teilnehmen. Deshalb wurde er von Ministerpräsidentin Laimdota Straujuma als Regionenminister entlassen.

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