Europas Börsen schließen mit Verlusten

14. März 2014, 19:00
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Krim-Krise belastetet

Frankfurt am Main - Die europäischen Leitbörsen sind am Freitag mehrheitlich mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 verbilligte sich um 14,90 Einheiten oder 0,49 Prozent auf 3.004,64 Zähler.

Auch zu Börsenschluss waren die Anleger an den europäischen Aktienmärkten von der Sorge um Krim-Krise verunsichert, erklärten Marktbeobachter. Am Wochenende steht ein Referendum zum Beitritt der ukrainischen Halbinsel Krim zur Russischen Föderation bevor.

Negative Impulse kamen auch aus China. Mehrere große Investmentbanken hatten ihre Wachstumsprognosen für die Wirtschaft im Reich der Mitte heruntergeschraubt. Die Industrieproduktion der größten asiatischen Wirtschaft hatte zu Jahresanfang so langsam zugelegt wie seit fünf Jahren nicht mehr.

Auch aus den USA kamen wenig erfreuliche Meldungen. Die Kauflaune ist überraschend auf den tiefsten Stand seit November gefallen. Das von der Universität Michigan erhobene Verbrauchervertrauen-Barometer sank im März auf 79,9 Punkte von 81,6 Zählern im Vormonat. Analysten hatten mit einer Aufhellung auf 82 Punkte gerechnet.

Im Branchenvergleich konnten im Euro-Stoxx-50 die Chemiewerte punkten. Der deutsche Verband der Chemischen Industrie hatte diese Woche erklärt, dass die Branche mit viel Schwung in das neue Jahr gestartet ist. Unter anderem habe das wichtige Europageschäft ins Plus gedreht, hieß es. Daher sei Deutschlands drittgrößter Industriezweig zuversichtlich für die weitere Entwicklung der Geschäfte.

Entsprechend konnten die Papiere von Bayer mit einem klaren Plus als Indexsieger aus dem Handel gehen. Sie kletterten um 2,07 Prozent auf 95,05 Euro. Auch die Papiere des Chemiekonzerns BASF gewannen 1,40 Prozent auf 76,92 Euro.

Die Daimler-Anteilsscheine schlossen mit minus 0,40 Prozent auf 64,41 Euro. Der deutsche Autohersteller hat als erster ausländischer Konzern in China eine Unternehmensanleihe ausgegeben. Das Volumen der Anleihe betrage rund 58,4 Mio. Euro und die Laufzeit sei ein Jahr, so der Konzern.

Auch Siemens konnten mit Gewinnen aus dem Handel gehen, die Aktien des Technologiekonzerns notierten mit einem Plus von 1,48 Prozent bei 90,62 Euro. Siemens hatte von der niederländischen Stadt Den Haag einen weiteren Auftrag für 20 Straßenbahnen vom Typ "Avenio" erhalten. Der Wert des Auftrags liegt bei 55 Mio. Euro.

Im Frankfurter DAX kletterten Fresenius mit einem Plus von 3,19 Prozent bei 108,35 Euro zu Börsenschluss an die Spitze des deutschen Leitindex. Um rund drei Mrd. Euro hatte der Medizinkonzern einen Großteil der Kliniken des deutschen Rhön-Klinikums gekauft.

Weiterhin klar im roten Bereich des DAX notierten die Aktien von HeidelbergCement und schlossen als Schlusslicht mit einem deutlichen Abschlag von 1,94 Prozent bei 59,52 Euro. Die Analysten der Berenberg Bank hatten ihr Votum für die Aktie des Baukonzerns von "Buy" auf "Hold" heruntergeschraubt. (APA, 14.3.2014)

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