NSA-Spionage: So schützt man Webcam und Mikrofon

14. März 2014, 09:22
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Internetnutzer können mit simplen Tricks verhindern, dass Geheimdienste ihre Webcams und Mikrofone fernsteuern

Man sitzt zuhause am Esstisch, speist mit seiner Familie – und die NSA sieht und hört zu. Das kann passieren, wie neue Dokumente des Whistleblowers Edward Snowden belegen. Der US-Militärgeheimdienst ist in der Lage, mittels Malware Rechner zu übernehmen und ohne das Wissen der Nutzer deren Webcams und Mikrofone fernzusteuern.

Tool schon 2012 entdeckt

Es ist unklar, wie oft diese Methode, die unter den Namen CaptivateAudience (bei Audio-Aufnahmen) und Gumfish (bei Webcams) bekannt ist, momentan zum Einsatz kommt. Schon 2012 wurde von der IT-Securityfirma Kaspersky Lab das Flame-Tool entdeckt, dass ebendiese Fernsteuerung von Rechnerkomponenten ermöglicht.

Cyberkriminalität und Spanner

Aber nicht nur die NSA und andere Geheimdienste können mithören: Experten weisen darauf hin, dass Spionagetechniken oftmals binnen weniger Jahre auch von kriminellen Hackern ebenso wie von sogenannten Sextortionists, also Cyber-Spannern, eingesetzt werden. Laut Wired sind inzwischen sogar frei zugängliche Tutorials verfügbar, wie Webcams übernommen werden können.

Technische Lösung hilft nicht

Nutzer, die sich vor der Schnüffelei schützen möchten, können dies mit einem einfachen Trick, der nicht einmal technische Fähigkeiten verlangt: Am besten ist es, die Webcam einfach zu überkleben. Das hört sich zwar im ersten Moment lächerlich an, tatsächlich können Anti-Virenprogramme oder andere technische Abwehrprogramme jederzeit gehackt werden, egal wie fortgeschritten sie sind. Zusätzlich ist bekannt, dass viele Sicherheitslösungen über sogenannte Hintertüren verfügen, also Sicherheitslücken, die vom Unternehmen in Absprache mit der NSA eingebaut wurden.

Low-Tech-Variante

Es gibt daher keine Alternative zur "low-tech-Variante", wie Wired analysiert. Am besten sind Sticker, z.B. aus Vinyl; Post-It s können zu transparent sein. Im Internet wird bereits eine Vielzahl an Anti-Spy-Stickern angeboten, etwa von der Electronic Frontier Foundation oder Etsy. Diese passen übrigens auch auf Smartphone-Kameras. Für passionierte Webcam-Nutzer bietet etsy eine Schiebeöffnung an, sodass die Webcam nicht permanent verdeckt ist. 

Anti-Spionage-Bastelei

Bei Mikrofonen gestalten sich Anti-Spionage-Tricks schon etwas schwieriger. Aber auch hier kann eine entsprechende Lösung gebastelt werden: Am besten ist es, ein "dummy plug" an die Öffnung für externe Mikros anzustecken. Dazu kann ein altes Mikrofonkabel zerschnitten werden, sodass die eingesteckte Klinke ins Leere führt. Verhindern, dass die NSA bei Skype oder Facetime-Videotelefonie mitsieht oder –hört, lässt sich durch diese Methoden allerdings nicht. (fsc, derStandard.at, 14.3.2014)

  • Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds, sollte daheim wohl ihre Webcam abdecken
    foto: ap/laurent gillieron

    Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds, sollte daheim wohl ihre Webcam abdecken

  • Webcam-Sticker oder Schiebelösungen werden vermehrt angeboten
    foto: screenshot/etsy

    Webcam-Sticker oder Schiebelösungen werden vermehrt angeboten

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