Erste Bilanz der betrieblichen Gesundheitsberatung

14. März 2014, 09:15
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Seit dem Start von fit2work 2011 haben bereits über 170 österreichische Unternehmen fit2work-Betriebsberatung in Anspruch genommen.

Mit dem Projekt fit2work wurden  Informations- und Beratungsleistungen über Dienstleistungsangebote von Arbeitsmarktservice, Sozialversicherung, Bundessozialamt und Arbeitsinspektion in allen Fragen von Arbeit und Gesundheit gebündelt. Ziel der Initiative ist es, Menschen länger gesund in Beschäftigung zu halten und dadurch den Zugang zur Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspension zu verringern. Der Schwerpunkt dabei liegt in der Prävention. fit2work berät als Schnittstelle zwischen verschiedensten Angeboten über Förderungen, Arbeits­platz­adaptionen und Unterstützungsmaßnahmen – als zusätzliches kostenloses Angebot neben einer betrieblichen Gesundheitsförderung und ergänzend zu den gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitnehmerschutzbestimmungen. Nun wurde eine erste Zwischenbilanz gezogen.

Gesundheits-/Sozialwesen und Mittelbetriebe

Über 100 Betriebe aller Unternehmensgrößen sind bereits in der zweiten Beratungsphase „fit2work“, darunter auch international erfolgreiche Unternehmen wie IKEA, Manner und Geberit, sowie Organisationen wie Caritas oder der Wiener Krankenanstaltenverbund. Von der Beratung profitieren aktuell insgesamt 29.251 österreichische Beschäftigte. „Was wir neben der Arbeitnehmerförderung besonders positiv an fit2work fanden: der bürokratische Aufwand ist vernachlässigbar, und außerdem haben wir auch noch eine Förderung des Bundes erhalten“, erzählt Sonja Lahner, Personalleiterin bei Geberit.

Über ein Drittel der fit2work-Unternehmen kommt aus der Gesundheits- und Sozialbranche (34,3 Prozent), gefolgt von Dienstleistung (27,6 Prozent) und Industrie und Warenherstellung (23,8 Prozent). 8,6 Prozent der Unternehmen zählen zum Handel, 3,8 Prozent zur öffentlichen Verwaltung. Auch ein Betrieb aus der Baubranche befindet sich in der zweiten Beratungsstufe. Bei den Betriebsgrößen stehen aktuell die mittleren Betriebe mit 50 bis 250 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit einem Anteil von rund 43 Prozent an erster Stelle, dann folgen die größeren Unternehmen mit über 250 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit über 33 Prozent. Unternehmen mit unter 50 Beschäftigten stellen immerhin knapp 23 Prozent der „fit2work-Betriebe“.

 fit2work-Beratung macht sich für Unternehmen bezahlt

„fit2work wirkt kurativ und präventiv“, so Projektleiterin Dr. Irene Kloimüller. „fit2work informiert Unternehmen über Unterstützungs- und Förder-Angebote zur medizinischen und beruflichen Rehabilitation und bietet neben einer kostenfreien Beratung auch eine Ist-Analyse sowie Evaluierung zu Gesundheit und Arbeitsfähigkeit im Unternehmen“, umreißt Kloimüller. Der Prozess ist langfristig und basiert auf Freiwilligkeit und Vertraulichkeit. Nach ersten Informationen und Workshops mit den fit2work-Beraterinnen und Beratern erfolgt im „check4start“ ein Basis-Check durch die AUVA. Ein Frühwarnsystem wird aufgesetzt, die Beschäftigen werden anonym befragt und ein Integrationsbeauftragter ernannt. Nach der Reportingphase folgt die Interventionsphase mit maßgeschneiderten Unterstützungsangeboten. Dieser Teil der fit2work-Beratung nimmt zwischen 10 Monaten und zwei Jahren in Anspruch. Am Ende steht die Evaluierungsphase mit einer Dauer von 1 - 3 Jahren. Bis Ende 2014 sollen 270 Unternehmen fit2work umsetzen. (red, derStandard.at 14.3.2014)

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