Torloses Remis: Bullen in Basel ohne Beute

13. März 2014, 21:01
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Der FC Basel und Red Bull Salzburg trennen sich im Hinspiel des Europa-League-Achtelfinales 0:0

Basel – Red Bull Salzburg hat es im Fußball ziemlich weit gebracht. Der Mannschaft wurde im Achtelfinale der Europa League die Rolle des Favoriten umgehängt. Vertreter des FC Basel, zum Beispiel Trainer Murat Yakin, wollten das so. Kollege Roger Schmidt hat das überhaupt nicht gestört, "weil es egal ist". Die Schweizer mussten am Donnerstagabend im mit 17.000 Zuschauern nicht gerade prall gefüllten St.-Jakob-Park gleich vier Stammkräfte vorgeben, Stürmer Marco Streller war der prominenteste Ausfall. Den Gästen fehlten Alan und Andreas Ulmer.

Starke Szenen der Salzburger

Die Salzburger begannen traditionell gut und selbstbewusst, sie pressten, eroberten auch den einen oder anderen Ball bereits in der gegnerischen Hälfte. 2. Minute: Stefan Ilsanker köpfelt, Goalie Yann Sommer pariert. Sadio Mane wirbelte zeitweise durch Basel, Topchancen wurden aber keine kreiert. Den Schweizern gelang es, den Rhythmus zu brechen. Kapitän Jonatan Soriano wurde ziemlich kaltgestellt, aus dem Kombinationsspiel genommen. Kevin Kampl und Christoph Leitgeb haben den Spanier vermisst. Trotzdem dominierte Salzburg leicht. In der 20. Minute fabrizierte Mane im Strafraum eine Schwalbe, die schauspielerische Leistung hat in Ermangelung einer goldene Himbeere die gelbe Karte durchaus verdient.

Basel wurde mutiger, Sio (33.) und Valentin Stocher (42.) kamen einem Torerfolg relativ nahe. Nach der Pause waren die Salzburger schweizerlos, Christian Schwegler konnte aufgrund muskulärer Probleme nicht weiter tun, Florian Klein ersetzte ihn rechts in der Viererkette.

Leistungsgerechtigkeit

Salzburg hatte die Partie meist im Griff. Zu Glanz, Genialität, Fantasie und Präzision wie in den beiden Spielen gegen Ajax Amsterdam reichte es diesmal aber nicht. Der berühmte letzte Pass kam selten bis nie an. Und so blieb es beim leistungsgerechten torlosen Unentschieden. Zuvor gab es in der Europa League zehn Siege, Serien sind auch zum Reißen da. Kampl war mit dem Resultat nicht unzufrieden: "Wir haben alles selbst in der Hand. Es war ein zweikampfbetontes Match." Ilsanker sagte: "Es ist ein komisches Gefühl, nicht zu gewinnen. Aber wir können damit leben."

Natürlich ist die Ausgangsposition für das Rückspiel am 20. März im ausverkauften Salzburger Stadion ganz gut. Martin Hinteregger darf nicht mittun, der Innenverteidiger ist gesperrt. Da es diese österreichische Mannschaft im Fußball ziemlich weit gebracht hat, bleibt ihr die Rolle des Favoriten erhalten. Was wiederum egal ist. Roger Schmidt ist zuversichtlich: "Wir werden das Ding zu Ende bringen." (red, DER STANDARD,14.3.2014)

Europa League, Achtelfinal-Hinspiel, Donnerstag

FC Basel - Red Bull Salzburg 0:0
St.-Jakob-Park, 17.000 Zuschauer, SR Hategan (ROM)

Basel: Sommer - P. Degen, Sauro, Suchy, Ar. Ajeti - Serey Die (90. Embolo), Frei, Stocker, D. Degen - Delgado (71. Elneny), Sio (93. Al. Arjeti)

Salzburg: Gulacsi - Schwegler (46. Klein), Ramalho, Hinteregger, Svento - Kampl (91. Lazaro), C. Leitgeb, Ilsanker, Mane - R. Zulj (85. Berisha), Soriano

Gelbe Karten: Serey Die, Sio, P. Degen bzw. Hinteregger, Mane, Klein

Stimmen zum Spiel:

Murat Yakin (Basel-Trainer): "Das Spiel war sehr intensiv. Man hat die Salzburger Stärken gesehen, sie sind offensivstark und haben einen großen Drang zum Tor. Dass wir zu null spielen konnten, ist sicher wertvoll. Wir sind trotz der vielen Umstellungen gut gestanden und haben die Zweikämpfe angenommen. Offensiv waren wir nicht ganz so clever. Nächste Woche heißt es: neue Chance, neues Glück."

Kevin Kampl (Salzburg-Spieler): "Wir haben zwar das gewünschte Auswärtstor nicht gemacht, mit einem 0:0 hier wegzufahren ist aber nicht ganz so schlecht. Wir haben im Rückspiel alles selbst in der Hand, es wird wieder spannend werden. Heute war die Partie sehr zweikampfbetont mit vielen hohen Bällen, ganz anders als gegen Ajax Amsterdam."

Stefan Ilsanker (Salzburg-Spieler): "Es ist schon ein komisches Gefühl, nicht zu gewinnen. Das haben wir ja länger nicht gehabt. Aber ein 0:0 in Basel ist kein schlechtes Ergebnis. Es war ein brutal schwieriges und intensives Spiel, das der Schiedsrichter nicht ganz im Griff hatte. Heute hat uns ein wenig die letzte Konsequenz gefehlt, aber auch das Glück. Zu Hause erwartet uns ein Hexenkessel mit 30.000 Zuschauern. Ich weiß, wir werden die Partie gewinnen und weiterkommen."

Roger Schmidt (Salzburg-Trainer): "Es ist schon klar, dass wir nicht überall hinfahren können und alle aus dem Stadion schießen. Es war ein schwieriges Spiel, Basel ist physisch sehr stark und robust. Wir hatten aber genügend Chancen und hätten uns den Sieg verdient gehabt. Wir waren die Mannschaft, die nach vorne mehr gemacht hat. Im Vergleich zu den vergangenen Wochen und Spielen waren wir vielleicht nicht ganz so präzise, konsequent und entschlossen, um die Aktionen fertig zu spielen. Jetzt wollen wir es nächste Woche zu Ende bringen. Wir wollen vor ausverkauftem Haus zeigen, dass wir die bessere Mannschaft sind."

Chrisian Schwegler (Salzburg-Spieler): "Ich konnte aufgrund muskulärer Probleme nach der Pause nicht mehr spielen. Das Risiko, dass der Muskel reißt, wäre zu groß gewesen. Das Resultat ist ärgerlich, denn die Chancen waren für uns da. Basel hat sehr gut und hart gespielt. Wir sind zu Hause eine Macht, das wollen wir zeigen. Wir werden das Hinspiel analysieren und einen Plan finden, wie wir sie knacken können." (APA)

  • Alles offen im Rückspiel.
    foto: reuters/wiegmann

    Alles offen im Rückspiel.

  • Kampf im Hinspiel.
    foto: apa/hochmuth

    Kampf im Hinspiel.

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