Historischer Kalender - 14. März

14. März 2014, 00:00
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1739 - Der preußische König Friedrich Wilhelm I. untersagt den Gutsherren das sogenannte Bauernlegen, die eigenmächtige Vertreibung von den Gehöften.

1889 - In Kopenhagen wird August Strindbergs naturalistisches Drama "Fräulein Julie" uraufgeführt. Die Verhaltensstudie handelt von der Affäre einer Adeligen mit ihrem Kammerdiener.

1909 - In New York wird zur "Wahrung der öffentlichen Sittlichkeit" die weltweit erste Filmzensur eingeführt. Die Produzenten müssen der Gutachterkommission für jeden Kinostreifen eine Gebühr von 3,50 Dollar pro 300 Meter Film zahlen. Beanstandete Szenen müssen herausgeschnitten werden, andernfalls wird ein Aufführungsverbot verhängt.

1919 - Das vom Parlament in Wien verabschiedete Gesetz über die Volksvertretung und die Staatsregierung erklärt die Nationalversammlung zum obersten Organ der Republik. Das Präsidium übt die Funktionen des Staatsoberhauptes aus.

1924 - Michail Frunse wird stellvertretender Vorsitzender des sowjetischen Kriegsrats. Mit dieser Ernennung leitet Stalin die Entmachtung von Trotzki ein, der an der Spitze des Kriegsrats steht. Frunse ist ein entschiedener Gegner Trotzkis.

1939 - Der nach Berlin zitierte, schwer zuckerkranke tschechoslowakische Staatspräsident Emil Hacha wird auf Anordnung Hitlers massiv eingeschüchtert und unter Druck gesetzt. In Preßburg wird ein "selbstständiger" slowakischer Staat ausgerufen, der unter "deutschem Schutz" steht. Der antisemitische radikal-nationalistische Prälat Jozef Tiso wird Präsident.

1949 - Der Politiker Erwin Scharf, der 1948 wegen kommunistischer Tendenzen aus der Sozialistischen Partei Österreichs (SPÖ) ausgeschlossen wurde, gibt in Wien die Gründung der "Partei der Linkssozialisten", welche auf einer gemeinsamen Liste mit den Kommunisten kandidiert, bekannt. 1956 wird die Partei in die KPÖ eingegliedert.

1954 - In Ungarn wird der ehemalige Staatssicherheitschef Gabor Peter wegen "Verbrechen gegen Volk und Staat" zu lebenslanger Haft verurteilt.

1964 - Das wieder aufgebaute Grazer Schauspielhaus wird eröffnet.

1964 - In Dallas im US-Staat Texas wird Jack Ruby, der Mörder des mutmaßlichen Kennedy-Attentäters Lee Harvey Oswald, zum Tode auf dem elektrischen Stuhl verurteilt. Das Urteil wurde nicht vollstreckt. Ruby starb am 3.1.1967 in der Haft an Krebs.

1974 - Das Protokoll über die Einrichtung Ständiger Vertretungen der BRD in Ostberlin bzw. der DDR in Bonn wird unterzeichnet. Die diplomatischen Missionen nehmen die Arbeit am 2.5. auf.

1989 - Die letzte Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn, Zita, stirbt im 97. Lebensjahr im Kloster Zizers in der Schweiz. Die geborene Prinzessin von Bourbon-Parma war mit Karl I. (IV.) verheiratet, dem sie 1919 ins Exil folgte, und seit 1922 verwitwet. Sie wird in der Kapuzinergruft in Wien beigesetzt.

1999 - Bei einem Großbrand in einem Elendsviertel der indischen Hauptstadt Neu-Delhi kommen über 50 Menschen ums Leben.

2004 - Der chinesische Volkskongress verankert den Schutz des Privateigentums in der Verfassung.

Geburtstage:
Johann Strauß (Vater), öst. Komponist (1804-1849)
Umberto I. von Savoyen, König von Italien (1844-1900)
Paul Ehrlich, dt. Mediziner (1854-1915)
Albert Einstein, dt. Physiker u. Mathem. (1879-1955)
Sari Barabas, ungar. Sängerin (1914-2012)
Karin Jacobsen, dt. Schauspielerin (1924-1989)
Eugene A. Cernan, amer. Astronaut (1934- )
Dionigi Tettamanzi, ital. Kardinal (1934- )

Todestage:
Zita, letzte Kaiserin von Österreich u. Königin von Ungarn, geb. Prinzessin von Bourbon-Parma (1892-1989)
Aurelio Peccei, ital. Industrieller, Gründer und erster Präsident des "Club of Rome" (1908-1984)
Friedrich Sengle, dt. Literaturhistoriker (1909-1994)

(APA, 14.3.2014)

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