Mitterlehner fordert Geld für Unis und FWF

13. März 2014, 18:00
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Wissenschaftsminister: "Wir müssen dicke Bretter bohren"

Wien - Reinhold Mitterlehner gebraucht längst keine Möglichkeitsform mehr, wenn er von der Zukunft von Hochschulen und Wissenschaft spricht. Also erneuerte er am Mittwochabend beim Alumni Future Talk "Innovation" an der Universität Wien seine Forderung nach 1,6 Milliarden Inflationsabgeltung zwischen 2016 und 2018 und nahm weder ein "kann" noch ein "wäre schön", sondern ein sehr deutliches "muss" in den Mund. Neben den Löchern , die die Hypo Alpe Adria reisst, müsste noch Geld für die Zukunft verfügbar sein.

Engl: "Exzellenzprogramme stärken"

Nutznießer wären die Universitäten, die FHs, die Österreichische Akademie der Wissenschaften, das IST Austria und der größte Grundlagenforschungsförderer des Landes, der Wissenschaftsfonds FWF. Mitterlehner: "Wir müssen dicke Bretter bohren." Volle Zustimmung erntet er im von STANDARD-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid moderierten Podiumsgespräch von Uni-Wien-Rektor Heinz Engl und Akademie-Präsident Anton Zeilinger. Man müsste die Exzellenzprogramme stärken, sagte Engl in Hinblick auf den Beschluss des FWF aufgrund der unsicheren Budgetzukunft 2014 keine Einreichungen für Spezialforschungsbereiche (SFB) entgegen zu nehmen. In Finanzierungskrisen könne man schnell viel kaputt machen, sagte der Rektor.

Starke Forschungspartner

Zeilinger meinte, aufgrund exzellenter Absolventen sei das wissenschaftliche Niveau "so hoch wie noch nie". Österreich müsse sich die Frage stellen, ob diese jungen Wissenschafter auch in Zukunft hierzulande noch arbeiten können oder auswandern und für die Entwicklung des Landes für immer verloren sind. Unterstützung kam von der Industrie: Sabine Herlitschka, designierte Vorstandschefin bei Infineon Österreich, wünscht sich starke Forschungspartner an den Unis.

Die Gesprächsrunde wurde durch einen Vortrag von Hermann Hauser, aus Wörgl stammenden Hightech-Gründer in Cambridge, eingeleitet. Der "permanente Business Angel", wie er genannt wurde, erzählte, wie er Unternehmen gründete und was es braucht, um mehr Hightech-Unternehmensgründungen in Österreich zu etablieren: einen Kulturwandel und einen Mut zum Risiko und kein "Durchwurschteln".

Den Ist-Zustand in Österreich beschrieb Michael Fassnauer, Geschäftsführer des Wetterdienstes Ubimet: "Derzeit geht es nicht darum zu gewinnen, sondern nicht zu verlieren." (pi, DER STANDARD, 14.3.2014)

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