Flug MH370: In vielerlei Hinsicht mysteriös

13. März 2014, 17:37
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Das malaysische Flugzeug hätte im Fall eines Absturzes von seinem Crashsender Signale senden müssen. Auch der Pilot funkte keine Informationen, die auf einen Notfall hinwiesen. Gudrun Springer fand heraus, was von all dem besonders ungewöhnlich ist

Frage: Wie kann es sein, dass ein Flugzeug einfach verschwindet?

Antwort: Genau diese Frage beschäftigt derzeit sämtliche Luftfahrtexperten. Bisher gab es keine vergleichbare Situation, dass ein Flugzeug ohne Hinweise auf den Verbleib einfach verschwand, wie auch Austro-Control-Vorstandsdirektor Heinz Sommerbauer am Donnerstag dem Standard sagte.

Frage: Kann es sein, dass ein technischer Defekt daran schuld ist?

Antwort: Da müsste es schon mehrere technische Defekte oder mutmaßliche Manipulationen gegeben haben, denn: Transponder von Flugzeugen senden Daten an die zivile Flugsicherung, die militärische Flugsicherung erfasst zudem Objekte auf dem Primärradar. Dabei wird zum Beispiel erfasst, dass es sich um ein Flugzeug handelt, nicht aber genau, welches da fliegt. Das könnte laut Sommerbauer von der Austro Control der Grund dafür gewesen sein, warum Behörden in den letzten Tagen zum Teil widersprüchliche Angaben gemacht haben. Allerdings hätte man auf dem Primärradar im Fall eines Absturzes auch das Sichzerteilen der Maschine sehen müssen. Radarreichweiten sind zwar nicht unendlich weit, kommt es aber zu einem Absturz, müsste der Crashsender Signale aussenden, die von Flugzeugen oder Satelliten aufgenommen worden wäre.

Frage: War dieser vielleicht defekt?

Antwort: Ein Defekt ist unwahrscheinlich - zumal moderne Flugzeuge über bis zu drei Crashsender verfügen. Übrigens senden die Geräte auch bei Wasserkontakt. Ausschalten lassen sie sich laut Sommerbauer auch nicht.

Frage: Auch der Pilot kam kein Notruf. Ist das ungewöhnlich?

Antwort: Das kann schon vorkommen, wenn die Zeit zu knapp ist.

Frage: Was ist an der Theorie, dass das Flugzeug noch vier Stunden lang geflogen sein könnte, dran?

Antwort: Laut "Wall Street Journal", das sich auf Luftfahrt- und Geheimdienstexperten beruft, funkten die Triebwerke der Boeing 777 noch vier Stunden entsprechende Daten. In diesem Fall hätte der Flieger noch bis zu 4000 Kilometer weit kommen können (siehe Grafik). Malaysische Behörden haben den Bericht aber dementiert - unter anderem sich auf Infos der Fluglinie berufend.

Frage: Wie lange dauert die Suche?

Antwort: Das lässt sich kaum abschätzen. Es gibt noch nicht einmal tatsächliche Beweise, dass das Flugzeug abgestürzt ist. (red, DER STANDARD, 14.3.2014)

grafik: der standard
  • Ein Colonel der vietnamesischen Luftwaffe bei einem Erkundungsflug.
    foto: ap photo

    Ein Colonel der vietnamesischen Luftwaffe bei einem Erkundungsflug.

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