Schweizer Forscher entwickelten lernfähigen Gefühlsdetektor

16. März 2014, 16:29
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Lernfähiges System soll zwischen Angst, Wut, Freude Trauer, Ekel, Überraschung und Verachtung unterscheiden

Lausanne - Forscher der ETH-Lausanne (EPFL) haben einen Detektor entwickelt, der Gefühlslagen anhand von Gesichtsausdrücken erkennen soll. Der Prototyp könne etwa wütende Gesichter von angeekelten unterscheiden, wie die EPFL in einer Aussendung mitteilte. Die Technologie ermögliche es, anhand von Gesichtsausdrücken insgesamt sieben Emotionen zu unterscheiden: Angst, Wut, Freude Trauer, Ekel, Überraschung und Verachtung. Dies könne zum Beispiel bei Videogames, in der Medizin aber auch im Straßenverkehr nützlich sein. Bei letzterem liegt auch der Fokus der Entwickler.

Das Team um Jean-Philippe Thiran vom Labor für Signalverarbeitung der EPFL hat den Prototypen in Zusammenarbeit mit PSA Peugeot Citroen getestet: Dabei wurde eine Infrarotkamera hinter dem Lenkrad platziert und mit einem lernfähigen Computersystem verbunden. Für die ersten Versuche beschränkten sich die Forscher auf die Emotionen Wut und Ekel, deren Gesichtsausdrücke sich stark ähneln. Mit einer Serie von Fotos "lernte" das System, die Ausdrücke von Probanden anhand der Positionen von Augen, Augenbrauen, Nase und Mund zu unterscheiden.

Mensch-Maschine-Schnittstelle

"In den meisten Fällen konnte das System den Ärger identifizieren", so die Forscher. In den übrigen Fällen seien die Versuche deshalb misslungen, weil die Gesichtsausdrücke für Wut individuell sehr verschieden seien. Diese Variabilität sei immer noch die große Schwierigkeit der Gefühlserkennung.

Die Forscher wollen das System nun so weiterentwickeln, dass eine autodidaktische Mensch-Maschine-Schnittstelle oder ein leistungsfähigeres Rechenmodell für Gesichtserkennung daraus entsteht. Parallel dazu haben sie auch eine Erkennungsmethode für Müdigkeit entwickelt: Diese basiert auf dem Prozentsatz der Zeit, die die Augenlider geschlossen sind. Dies könnte etwa für Warnfunktionen in Pkw genutzt werden. Die Forscher wollen zudem weitere Detektoren für Ablenkung und Lippenlesen entwickeln. (APA, 13.3.2014)

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