Linzer Verkehr: Ein Bypass für deutlich mehr Fluss über dem Fluss

13. März 2014, 18:09
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A7-Voestbrücke wird bis 2019 leistungsfähiger für mehr Frequenz auf der Straße gemacht

Linz - Abgesehen vom Raum Wien haben oberösterreichische Autobahnen bundesweit die höchste Verkehrsdichte. Spitzenreiter ist die Mühlkreisautobahn (A7), auf der täglich rund 100.000 Fahrzeuge unterwegs sind. Nach 40 Jahren im Dauereinsatz sieht die Trasse, die vom Knoten Linz an der Westautobahn (A1) durch das Stadtgebiet von Linz nach Norden ins Mühlviertel führt, dem Ende ihrer Lebensdauer entgegen.

Vor allem sicherheitstechnisch ist die Strecke nicht mehr auf dem letzten Stand - etwa fehlen abschnittsweise die Pannenstreifen. Der schlechte Allgemeinzustand hat die Asfinag nun veranlasst, umfangreiche Sanierungsmaßnahmen in die Wege zu leiten. Ab 2017 soll die gesamte Stadtautobahn bis 2028 erneuert werden. Der erste und spektakulärste Bauabschnitt betrifft die Linzer Voestbrücke. Sie bleibt bestehen, bekommt aber an jeder Seite je eine sogenannte "Bypass-Brücke".

Brückenschlag zwischen Wiener und Tiroler Büro

Diese beiden Konstruktionen sollen ab der Fertigstellung 2019 den "innerstädtischen Ziel- und Quellverkehr" über die Donau bringen. Was im Verkehrsalltag bedeutet, dass künftig jene Autofahrer, die innerhalb von Linz die Donau queren wollen, von jenen in Richtung Freistadt/Prag oder Westautobahn (Wien/Salzburg) getrennt werden. "Dadurch wird die Leistungsfähigkeit deutlich erhöht und damit Staus wesentlich reduziert" , ist Alexander Walcher, Geschäftsführer des Asfinag Baumanagement, überzeugt.

Am Donnerstag wurde im Linzer Landhaus das Siegerprojekt des internationalen Architekten-Wettbewerbs präsentiert: Der neue Brückenschlag obliegt demnach der Arbeitsgemeinschaft Bernard Ingenieure (Hall, Tirol) und RWT plus - Solid architecture (Wien).

Raumerlebnis für Autofahrer

Entschieden habe man sich für das Projekt, weil mit den Plänen "vor allem mehr Raum für die Autofahrer geschaffen wird", erläutert Walcher. Der Entwurf vermittle den Eindruck einer "Brückenfamilie an einem Ort". Rund 69 Millionen wird die Familienzusammenführung hoch über der Donau kosten.

Dass die Projektauswahl vor allem mit dem Blick durch die Windschutzscheibe getroffen wurde, gibt man übrigens vonseiten der Asfinag ganz offen zu: "Das zweitplatzierte Projekt hätte zwar durchaus besser ins Stadtbild gepasst, aber die Autofahrer würden während der Fahrt über die Brücke deutlich weniger Raumerlebnis haben."

Wer bereits jetzt und ohne Verkehrslärm einen Blick auf die gesamt 17 im Zuge des Wettbewerbs eingereichten Arbeiten werfen möchte, hat dazu bis zum 26. März im Linzer Landesdienstleitungs-Zentrum (LDZ) Gelegenheit. (Markus Rohrhofer, DER STANDARD, 14.3.2014)

  • Eine neue "Brückenfamilie" wird über die Donau in Linz führen. 2019 soll das Projekt fertiggestellt sein.
    foto: land oberösterreich

    Eine neue "Brückenfamilie" wird über die Donau in Linz führen. 2019 soll das Projekt fertiggestellt sein.

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