Diabetes Typ 1: Darmmikrobiom beeinflusst Autoimmunprozess

13. März 2014, 15:47
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Nicht allein die Komposition der Bakterien, sondern ihr Zusammenwirken wirkt auf das Immunsystem mit ein - dies fanden Münchner Forscher heraus

München - Das Zusammenspiel der Darmkeime von Kindern mit Diabetes-typischen Autoantikörpern unterscheidet sich von dem gesunder Kinder. Diese Unterschiede bestehen bereits, bevor Antikörper im Blut nachweisbar sind. Damit verdichten sich die Hinweise darauf, dass bakterielles Erbgut, das sogenannte Mikrobiom, möglicherweise an der Entstehung von Autoimmunprozessen beteiligt ist. Dies berichten Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München in der Fachzeitschrift "Diabetes".

Unterschiedliche Darmkeim-Netzwerke

Im Rahmen der "Babydiet"-Studie verglichen die Wissenschaftler die Zusammensetzung und Interaktion der Darmflora bei Kindern, die später Diabetes-spezifische Autoantikörper im Blut entwickelten, mit Daten von Kindern ohne Autoantikörper. Dabei stellten die Forscher fest, dass sich die Diversität und Zahl der Darmkeime in beiden Kollektiven ähneln. Die Interaktionsnetzwerke der Darmkeime dagegen unterschieden sich in den beiden Gruppen deutlich - und zwar schon in den ersten Lebensjahren, Monate bis Jahre, bevor die eine Gruppe Diabetes-typische Autoantikörper entwickelte.

Keimbesiedelungen bilden das sogenannte Mikrobiom: Erbinformationen der Keime beeinflussen dabei den Wirtsorganismus. Bereits seit längerem wird das Mikrobiom mit verschiedenen Erkrankungen in Verbindung gebracht, insbesondere das Darmmikrobiom soll an der Entstehung von Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes beteiligt sein. Die Ergebnisse der Wissenschaftler weisen darauf hin, dass nicht allein die Komposition der Bakterien, sondern ihr Zusammenwirken in funktionellen Gemeinschaften auf das Immunsystem einwirken könnte.

"Eine Reihe externer Faktoren, wie Ernährung, Hygiene oder gar der Geburtsmodus, können sowohl die Zusammensetzung als auch die Interaktion der Darmbakterien beeinflussen", sagt Studienleiterin Anette-Gabriele Ziegler. "Wenn wir diejenigen Parameter identifizieren, die zu eher negativen Mikrobiomeigenschaften führen, können wir neue Präventionsansätze gegenüber Autoimmunprozessen wie Typ-1-Diabetes entwickeln", so die Forscherin. (red, derStandard.at, 13.3.2014)

Original-Publikation:

Endesfelder, D. et al. (2014): Compromised gut microbiota networks in children with anti-islet cell autoimmunity, Diabetes, published ahead of print March 7, 2014, doi:10.2337/db13-1676 1939-327X

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