Neues Verfahren macht Erdgas-Umwandlung effektiver

13. März 2014, 22:32
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Rohstoff-Industrie könnte grundlegend verändert werden, schreiben Chemiker aktuell in "Science"

La Jolla - Ein neues Verfahren könnte die Herstellung von flüssigen Kraftstoffen und Chemikalien aus Erdgas wesentlich einfacher und günstiger machen: Forscher am Scripps Research Institute in La Jolla (USA) identifizierten eine Gruppe von Katalysatoren, durch die dem Erdgas schon bei 180 Grad Celsius statt wie bisher bei weit über 1000 Grad umgewandelt werden kann. Wie sie aktuell im Fachjournal "Science" berichten, könnte die Entdeckung die Rohstoff-Industrie grundlegend verändern: Erdgas könnte im Vergleich zu Erdöl an Bedeutung für die Wirtschaft gewinnen.

Erdgas besteht zum größten Teil aus Methan, Ethan und Propan. Die Forscher setzten Blei- und Thallium-Salze als Katalysatoren ein, mit denen sie die Gase auch bei niedrigen Temperaturen in Alkohole umwandeln konnten - was wiederum Transport und Weiterverarbeitung erleichtert. Die Katalysatoren wiederum sind günstig zu produzieren, Bleisalze zum Beispiel werden auch bei der Herstellung von Streichhölzern verwendet.

Ein weiterer Vorteil des Verfahrens: Das Erdgas muss nicht erst in seine einzelnen Bestandteile zerlegt werden. Die Forscher konnten die Gase Methan, Ethan und Propan auch als Gemisch in die entsprechenden Alkohole umwandeln - und so einen Zwischenschritt bei der Weiterverarbeitung einsparen. "Das schafft das Potenzial, Kraftstoffe und Chemikalien zu außergewöhnlich geringeren Kosten zu produzieren", so Studienautor Roy Periana.

Die USA, in denen auch das umstrittene Fracking-Verfahren eingesetzt wird, gelten als weltweit wichtigster Erdgas-Förderer. Alleine 2012 waren es einer Studie des Rohstoffkonzerns BP zufolge über 680 Milliarden Kubikmeter Erdgas - rund 20 Prozent der weltweit geförderten Menge. (APA/red, derStandard.at, 13.3.2014)

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