Europa fällt im Kampf gegen Darmkrebs hinter Amerika zurück

13. März 2014, 14:15
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Wird Darmkrebs rechtzeitig erkannt, liegt die Überlebensrate bei 95 Prozent - Europa müsse noch mehr Bewusstsein schaffen

Darmkrebs, die am zweithäufigsten tödlich verlaufende Krebserkrankung, wird nach Schätzungen von "United European Gastroenterology" (UEG) bis 2020 um 12 Prozent zunehmen. Jährlich erkranken rund 520.000 Europäer an Darmkrebs und 215.000 Patienten sterben daran.

Früherkennung kann Leben retten

Im fortgeschrittenen Stadium verläuft Darmkrebs sehr häufig tödlich, wird er jedoch früh genug erkannt, kann die Überlebensrate bei 90 bis 95 Prozent liegen. Im Frühstadium zeigen sich keine Symptome von Darmkrebs oder sie sind nur sehr schwer erkennbar, sie können jedoch durch eine einfache Vorsorgeuntersuchung, den Test auf okkultes Blut im Stuhl (Faecal Occult Blood Test, FOBT), die zu Hause durchgeführt werden kann, nachgewiesen werden.

Der FOBT-Test ist vielen Patienten in Europa zugänglich und wird in der Regel Männern und Frauen ab 50 Jahren auf Einladung ihres Arztes oder eines nationalen Vorsorgeprogramms angeboten. Allerdings wird dieses Angebot nur von wenigen Menschen in Anspruch genommen. Der Anteil der berechtigten erwachsenen Personen, die tatsächlich untersucht werden, liegt in vielen Ländern deutlich unter der Marke von 65 Prozent, die von der Europäischen Kommission angestrebt wird und  in den USA bereits erreicht wurde.

Von den USA lernen

Obwohl die nationalen Vorsorgeprogramme in Europa besser als in den USA sind, könne Europa nach den UEG-Experten von den USA lernen, wenn es darum geht, Darmkrebs ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Die jährlich stattfindenden Kampagnen, die von Meryl Streep und anderen Hollywoodgrössen angeführt werden, die landesweiten "Dress in Blue Days", an denen blaue Kleidung getragen wird, um auf Darmkrebs aufmerksam zu machen, und eine von Präsident Obama Anfang dieses Monats verlesene Erklärung des Weißen Hauses tragen dazu bei, in den USA Bewusstsein für diese Krankheit und die Bedeutung von Vorsorgeuntersuchungen zu schaffen.

"Darmkrebs ist behandelbar, wenn er frühzeitig erkannt wird, aber dennoch kostet er täglich mehr als 500 Europäer das Leben", erklärt der britische Gastroenterologe Michael Farthing. Der März wurde weltweit zum Darmkrebs-Monat (Colorectal Cancer Awareness Month) erklärt. Anlässlich dessen beginnt die UEG eine neue Bewusstseinskampagne unter dem Motto "Screening Saves Lives" (Vorsorge rettet Leben), bei der alle Männer und Frauen über 50 Jahre in Europa dazu aufgerufen werden, mit einem Arzt zu sprechen und eine Darmkrebsvorsorge in Anspruch zu nehmen. (red, derStandard.at, 13.3.2014)

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