Erste Saisonniederlage für Wawrinka

13. März 2014, 12:22
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Auch Murray out - Djokovic und Federer einzige Top-Ten-Spieler im Indian-Wells-Viertelfinale - Thiem-Bezwinger Benneteau weiter

Roger Federer und Novak Djokovic sind die einzigen beiden Top-Ten-Spieler im Viertelfinale des Masters-1000-Turniers in Indian Wells. Denn mit Wimbledon-Sieger Andy Murray und dem diesjährigen Australian-Open-Champion Stanislas Wawrinka gab es am Donnerstag die nächsten Überraschungen. Für Letzteren war es nach 13 Siegen en suite in diesem Jahr die erste Saison-Niederlage.

Wawrinka musste sich dem Südafrikaner Kevin Anderson 6:7(1), 6:4, 1:6 geschlagen geben und auch Murray zog gegen einen Super-Aufschläger den Kürzeren. Der Schotte verlor gegen den Kanadier Milos Raonic mit 6:4, 5:7, 3:6.

"Ich hätte positiver bleiben und versuchen sollen, Lösungen zu finden", meinte Wawrinka nach seinem Aus, wollte sich aber nicht auf Rückenprobleme ausreden. Er führte seine Probleme auf "mentale Müdigkeit" zurück. "Es kann vorkommen, dass man einen schlechten Tag hat, aber dann ist es wichtig, dass man das akzeptiert." Der Schweizer, der vor wenigen Wochen in Melbourne sein erstes Major-Turnier gewonnen hat, hatte in der kalifornischen Wüste sein erstes Turnier nach fünfwöchiger Pause gespielt.

Die Erwartungen an ihn sind mit dem Grand-Slam-Sieg deutlich gestiegen. Damit muss Wawrinka erst lernen, umzugehen. "Die ersten Monate nach einem Grand-Slam-Sieg sind schwierig, das kann wohl jeder Spieler bestätigen, der das erlebt hat", erklärte der Eidgenosse.

Sein Bezwinger trifft nun auf den nächsten Schweizer. Roger Federer überzeugte gegen den Deutschen Tommy Haas mit einem glatten 6:4, 6:4-Erfolg. Er durfte auch die Gratulationen seiner vierjährigen Töchter Myla und Charlene entgegennehmen. "Sie haben gesagt, ich hätte gut gespielt. Das war eine Premiere", sagte Federer lachend.

Der 17-fache Grand-Slam-Sieger ist in Indian Wells neben Djokovic der einzige im Turnier verbliebene Top-Ten-Spieler. "Ich finde es eigentlich gar nicht so schlecht, dass die Besseren auch einmal verlieren. Dadurch, dass Murray und ich nicht mehr in den Top 4 sind, öffnet sich auch das Tableau für einige. Es könnte Veränderungen geben in der Weltrangliste. Die nächsten Monate dürften interessant sein."

Weniger positiv resümierte nach diesem Tag freilich Andy Murray, der nach einem Break zu Beginn des dritten Satzes gegen Raonic zum 2:1 vier Games en suite verlor. "Ich habe zu diesem Zeitpunkt schwaches Tennis gespielt", erklärte Murray, der nach seiner Verletzungspause noch auf der Suche nach seiner früheren Form ist. Er hatte ja von September bis Jahresende wegen einer Rücken-Operation pausieren müssen.

Einer der Überraschungen in der Runde der letzten acht ist der Franzose Julien Benneteau, der Dominic Thiem in der dritten Runde ausgeschaltet hatte. Benneteau besiegte auch Feliciano Lopez in zwei Sätzen und bekommt es nun mit Djokovic zu tun. Der als Nummer zwei gesetzte Serbe hat gegen Marin Cilic nach Startschwierigkeiten noch sicher mit 1:6, 6:2, 6:3 gewonnen. Thiem kann übrigens seinem "Stallkollegen" bei Coach Günter Bresnik, Ernests Gulbis, im Viertelfinale die Daumen drücken. Gulbis trifft auf den US-Riesen John Isner.

Aus österreichischer Sicht bekommt es am Freitag Alexander Peya an der Seite von Bruno Soares im Doppel-Halbfinale mit den Olympiasiegern von 2008, Federer und Wawrinka zu tun.

Im Damenbewerb stehen mit Agnieszka Radwanska und Simona Halep die ersten beiden Halbfinalistinnen fest. Die als Nummer zwei gesetzte Polin rang Jelena Jankovic 7:5, 2:6, 6:4 nieder, die Rumänin hatte mit Casey Dellacqua beim 6:2, 6:2 keinerlei Mühe. Die beiden treffen nun aufeinander, die anderen Viertelfinali werden am Donnerstag (Ortszeit) ausgespielt. (APA, 13.3.2014)

  • "Die ersten Monate nach einem Grand-Slam-Sieg sind schwierig", sagt Stanislas Wawrinka.
    foto: reuters/kamin-oncea

    "Die ersten Monate nach einem Grand-Slam-Sieg sind schwierig", sagt Stanislas Wawrinka.

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