Gegner rechnen Festplattenabgabe für Familien vor

13. März 2014, 12:06
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Bei einer vierköpfigen Familie könnten bis zu 25 Abgaben fällig werden

Die Debatte um die Festplattenabgabe ist in Österreich vor allem durch die Aussage von Kulturminister Josef Ostermayer erneut angefacht worden. Mitte Februar hatte Ostermayer die Abgabe als "realistischste Variante" bezeichnet und damit Kritiker auf den Plan gerufen. Die initiative "Plattform für ein modernes Urheberrecht" hat nun vorgerechnet, wieviel die Abgabe einer vierköpfigen Familie in Österreich kosten könnte.

625,70 Euro für 25 Geräte

Da die Abgabe an die Verwertungsgesellschaften für jedes Gerät mit Speicher zu entrichten wäre, könnte das zu einer Belastung von mehreren Hundert Euro führen. Als Beispiel zieht die Initiative eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern im Teenageralter mit insgesamt 25 Geräten heran (siehe Grafik links). Zusammengerechnet kommen die Kritiker auf 625,70 Euro.

Hierbei seien auch die bestehenden Abgaben, etwa auf Drucker, berücksichtigt. Die Berechnung bezieht sich auf bestehende und geforderte Tarifangaben von Literar-Mechana und Austro-Mechana, die im Web abgerufen werden können.

Kulturbeitrag als Alternative

Als Alternative schlägt die Initiative einen "technologieneutralen" Kulturbeitrag von monatlich 50 Cent pro Haushalt vor. Dadurch könnten jährlich 22 Millionen Euro an die Verwertungsgesellschaften fließen. Mit der Festplattenabgabe wären es allerdings bis zu 90 Millionen Euro, was den Widerstand der Verwertungsgesellschaften gegen diese Form der Abgabe erklärt. Der "Plattform für ein modernes Urheberrecht" gehören Hersteller und Händler an, darunter DiTech, Media Markt, Apple, Canon, Samsung, Sony und Nokia. 

EU-Parlament für Abgabe

Eine Entscheidung über die Festplattenabgabe ist noch nicht in Sicht. Die Pläne der österreichischen Regierung könnten allerdings durch eine europaweite Regelung obsolet werden. Das EU-Parlament hat sich kürzlich für die "Urheberrechtsgabe auf sämtliche Medien und Geräte, mit denen Privatkopien erstellt werden können" ausgesprochen. (br, derStandard.at, 13.3.2014)

  • Die "Plattform für modernes Urheberrecht" rechnet vor wieviel die Festplattenabgabe einer Familie kosten könnte.
    foto: plattform fuer modernes urheberrecht

    Die "Plattform für modernes Urheberrecht" rechnet vor wieviel die Festplattenabgabe einer Familie kosten könnte.

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