Berater von Montenegros Premier festgenommen

13. März 2014, 11:33
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Aleksandar Ticic werden Finanzmachenschaften zum Schaden der Küstenstadt Budva vorgeworfen

Podgorica - Ein enger Mitarbeiter des montenegrinischen Langzeit-Ministerpräsidenten Milo Djukanovic ist in Podgorica in der Nacht auf Donnerstag festgenommen worden. Aleksandar Ticic, Premiers-Berater für Auslandsinvestitionen, werden Medienberichten zufolge Finanzmachenschaften in seinem früheren Amt in der Küstenstadt Budva vorgeworfen.

Vor Ticic waren in den vergangenen Tagen bereits der Bürgermeister des Ferienortes, Lazar Radjenovic, und Jelica Petricevic, eine frühere Chefin der privaten Prva banka verhaftet worden. Durch Machenschaften beim Verkauf einer Immobilie in Budva an ein lokales Unternehmen, soll das Trio 2007 die Gemeindekasse um zwei Millionen Euro geprellt haben.

Konkret ging es darum, dass die Immobilie zunächst zum Preis von 1,5 Millionen Euro an das lokale Unternehmen Luna verkauft wurde. Luna wiederum verkaufte sie sogleich an den ägyptischen Geschäftsmann Mohammed Rashid für 3,5 Millionen Euro weiter. Luna, dessen Inhaber ein gewisser Vid Radjenovic ist, hatte für den Kauf einen Kredit bei der Prva banka aufgenommen, die Kreditgarantien kamen von der Stadtverwaltung.

Der 40-jährige Ticic ist seit 2012 Berater von Ministerpräsident Djukanovic. Seine Karriere hatte er 2003 als Berater des damaligen Präsidenten Serbien-Montenegros, Svetozar Marovic, wie Djukanovic aus der DPS (Demokratische Partei der Sozialisten), in Belgrad gestartet. Nach der Auflösung des Staatenbundes im Jahre 2006 kehrte Ticic zunächst nach Budva zurück.

Montenegro, das seit Mitte 2012 Beitrittsgespräche mit der Europäischen Union führt, wurde wiederholt wegen mangelnder Korruptionsbekämpfung kritisiert.

In einer weiteren Affäre sind unmittelbar Funktionäre der regierenden DPS verwickelt. Vor den Lokalwahlen im nordmontenegrinischen Berane am vergangenen Wochenende sollen sie um Stimmen gegen Geldzuwendungen geworben haben. Einer von ihnen gab dies später zu. Die Polizei ermittelt. (APA, 13.3.2014)

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