Hirscher knöpft Svindal Punkte ab

13. März 2014, 10:14
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ÖSV-Läufer im Super-G auf Platz zwölf, Norweger nur 16. - Svindal führt nur noch mit 19 Punkten Vorsprung - Erster Speed-Sieg beim Saisonfinale für Pinturault

Als letzter Läufer der Startliste hat der Franzose Alexis Pinturault den Weltcup-Super-G in Lenzerheide gewonnen und damit den Norweger Aksel Lund Svindal aus den Punkterängen gefahren (16.). Marcel Hirscher kam auf Platz zwölf und verringerte den Rückstand auf den Norweger im Kampf um den Gesamtweltcup auf 19 Zähler. Mit Riesentorlauf und Slalom hat Hirscher noch zwei Chancen auf Punkte.

Es war ein verrücktes Rennen, in dem der Franzose Thomas Mermillod Blondin lange geführt hatte, schließlich aber noch von seinem Landsmann, der den siebenten Weltcupsieg, den ersten in dieser Disziplin feierte, um 0,56 Sekunden vom obersten Stockerlplatz verdrängt wurde. Rang drei sicherte sich US-Star Bode Miller (0,57). Bester Österreicher war der Kärntner Abfahrts-Olympiasieger Matthias Mayer auf Platz vier (0,95). Pinturault hat nun als Dritter im Gesamtweltcup 172 Punkte Rückstand auf Svindal.

Hirscher war mit Startnummer drei ins Rennen gegangen und hatte eine Bestzeit hingeknallt, die Fahrt war aber nicht so überragend, wie es den Anschein hatte. "Das Gefühl war leider nicht so gut, als ich abgeschwungen habe, weil ich einfach ein Hosenscheißer bin", gestand der Salzburger. "Es wäre mehr Risiko notwendig gewesen, um schneller zu sein. Aber die Kurven, die ich getroffen habe, waren saugeil, die haben Spaß gemacht. Die waren auch sicher nicht langsam."

Irgendwer habe sicher auf so einen unwahrscheinlichen Rennausgang gewettet, schüttelte Hirscher den Kopf. "Es ist richtig unglaublich, wie das Rennen heute ausgegangen ist. Ein Wahnsinn! Das ist, wie wenn der Aksel im Slalom vor mir ist." Schon 2012 in Schladming hatte Hirscher in der Finalwoche den Super-G bestritten und mit dem sensationellen dritten Rang die Entscheidung um die große Kugel gegen den Schweizer Beat Feuz noch gedreht.

Aus Hirschers Sicht ist aber noch nichts gewonnen, von zwei Matchbällen wollte er nicht reden. "Man hat auch heute gesehen, wie sensationell Aksel heute gefahren ist, aber ein kleiner Hakler und die Zeit ist weg. Das kann mir natürlich auch passieren. Ich würde den Nagel noch nicht zu weit in die Wand reinschlagen. Es kann so viel passieren, ich lasse mir noch nichts zuschwatzen, so lange es nicht rein rechnerisch durch ist. Bis dahin gibt es dazu von mir kein Statement."

Er habe mit 100 oder 140 Punkten Rückstand gerechnet, dann hätte die ganze Sache schon richtig schwer ausgesehen. "Aber so ist es natürlich wesentlich angenehmer, nur entschieden ist es wahrscheinlich am Sonntag." Samstag steht der Riesentorlauf auf dem Programm, den Hirscher und Svindal bestreiten, im Slalom am Sonntag wird der Skandinavier nicht antreten. Für Hirscher wäre es der dritte Gesamtsieg in Folge.

"Ich wollte gewinnen. Ich habe einen großen Fehler gemacht, war bis dahin noch ganz gut dabei", sagte Svindal, der schon vorher als Gewinner der Super-G-Kugel festgestanden war. Auch die für die Abfahrtswertung hatte er eingesackt. Die Enttäuschung war groß, es sei zwar noch nicht vorbei, aber jetzt müsse er schon Riesenglück und Marcel Riesenpech haben.

Zur Situation im Gesamtweltcup meinte er deshalb: "Es ist in dem Sinn vorbei, dass bis heute ich gewinnen hätte können. Und nun kann er es verlieren." Nun könne er nur noch sitzen und zusehen. "Den Riesentorlauf werde ich natürlich fahren, aber Fakt ist, dass er der Zweitbeste der Welt ist." Den Slalom wird er keinesfalls bestreiten. "Ich wünschte, ich wäre gut im Slalom, aber das ist lange her."

Mayer war als Vierter sehr zufrieden mit seiner Fahrt. "Das letzte Hemd habe ich nicht riskiert, weil ich wusste, dass es schwer ist, da fehlerfrei runterzukommen. Ich habe schon gesagt, auf Ligety und Pinturault müssen wir noch aufpassen. Er hat eine engagierte Fahrt gezeigt, er hat mehr riskiert als die anderen, deshalb war er schneller", sagte er zum noch verpassten Podestrang. Ted Ligety (USA) landete auf Platz fünf.

Das Duell Hirscher gegen Svindal verfolgt auch Mayer mit großem Interesse: "Es ist schon sehr emotional, beide sind super Skifahrer, man würde es beiden gönnen, das zu gewinnen. Es ist ganz interessant, wie die letzten Wochen so verlaufen sind." Zur Fahrt von Svindal meinte er: "Er ist unten runter ein bisschen auf Sicherheit gefahren, der Schuss ist ein bisschen nach hinten losgegangen." (APA, 13.3.2014)

  • Hirscher "hatte richtig Angst", für Weltcuppunkte reichte es allemal.
    foto: reuters/sprich

    Hirscher "hatte richtig Angst", für Weltcuppunkte reichte es allemal.

  • Pinturault am Boden. Aber ganz oben.
    foto: apa/gindl

    Pinturault am Boden. Aber ganz oben.

  • Hat keine Hand mehr frei: Aksel Lund Svindal.
    foto: apa/ap/trovati

    Hat keine Hand mehr frei: Aksel Lund Svindal.

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