AUA nach sechs Jahren wieder in der Gewinnzone

13. März 2014, 14:50
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Der operative Gewinn lag bereinigt bei 25 Millionen Euro. Hinter dem Betriebsübergang, der Millionen sparen soll, stehen aber noch Fragezeichen

Wien/Schwechat - Die AUA ist 2013 in die Gewinnzone geflogen. Es ist nach dem Sondergewinn im Vorjahr der erste reguläre Gewinn seit 2007. Die Lufthansa-Tochter schrieb bereinigt einen operativen Gewinn von 25 Millionen Euro, nach einem bereinigten Verlust von sechs Millionen Euro im Jahr 2012, teilte die Airline Donnerstagfrüh mit. Der harte Sparkurs macht sich offenbar bezahlt, aber AUA-Chef Jaan Albrecht warnt.

"Auf Kurs, aber noch kein Turn-around", kommentierte Albrecht in der Aussendung die Zahlen. Neben dem umstrittenen Betriebsübergang, bei dem Albrecht alle Piloten und Flugbegleiter zur Regionaltochter Tyrolean verfrachtete, verweist das Unternehmen auch auf die volleren Flugzeuge und die Vermarktung der Interkontinentalflüge. "Austrian Airlines hat die Krise hinter sich gelassen", so Albrecht. Allerdings ohne zu erwähnen, dass hinter dem Betriebsübergang, der der Airline Millionen spart, noch Fragezeichen stehen. Gewerkschaft und Betriebsrat hatten dagegen geklagt und vom Erstgericht Recht bekommen. Nun liegt der Ball beim Europäischen Gerichtshof.

Kosten gesenkt

Die Kosten senkte die AUA 2013 verglichen mit 2012 um 4,1 Prozent. Die operativen Aufwendungen seien bereinigt von 2,27 Milliarden auf 2,17 Milliarden Euro zurückgegangen, heißt es in der Aussendung. Auch die Umsätze schrumpften um 2,7 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Der Personalstand lag zum Jahresende bei 6.208 Mitarbeitern, 28 weniger als ein Jahr zuvor. 2014 soll wieder aufgestockt werden: 100 Flugbegleiter und 15 Techniklehrlinge werden derzeit gesucht.

Albrecht richtet nun den Blick nach vorne und auf die nächste Baustelle: "die Modernisierung unserer Mittelstreckenflugzeuge". Die veraltete Fokker-Flotte muss in den nächsten Jahren ausgetauscht werden. Auch die Langstreckenflotte soll ausgebaut werden. Ab Juli fliegt die AUA mit einer zusätzlichen, geleasten Boeing 777 nach Amerika. Für heuer erwartet die Fluggesellschaft durch die Langstrecken-Expansion ein Passagierplus. Im Vorjahr gingen die Passagierzahlen um 1,6 Prozent auf 11,3 Millionen Fluggäste zurück. Am Flughafen Wien, dem Drehkreuz der AUA, beträgt der Marktanteil derzeit knapp 50 Prozent.

Das Jahr 2014 wird laut Albrecht "mit Blick auf die aktuellen Krisenherde herausfordernd". Er sieht die Fluglinie aber soweit wirtschaftlich stabilisiert, dass sie Seitenwinde aushält. "Wir wollen heuer unsere Position in den schwarzen Zahlen festigen", so der Airline-Chef.

Billigtickets werden rarer

Die AUA spürt den Preisdruck auf allen Strecken, sagte Vertriebsvorstand Karsten Benz bei der Bilanzpressekonferenz der Airline. "Es gibt keine Monopolstrecken mehr", so Benz. Dennoch werden billige Flugtickets verglichen mit vor zwei Jahren rarer, geht aus Preisvergleichen im Internet hervor. Hauptgrund: Air Berlin und Niki haben offenbar an der Preisschraube gedreht.

Günstige Tickets gibt es derzeit vor allem nach Italien, die AUA spürt da den Preiskampf der italienischen Alitalia. Die Konkurrenz auf vielgeflogenen Strecken wie Paris, London oder Madrid halten auch dort die Preise niedrig. Nach Asien gibt es ebenfalls weiterhin günstige Tickets. Das liegt in erster Linie an den Golf-Airlines wie Emirates und Etihad, die aggressiv gegen die europäischen Fluggesellschaften anfliegen.

Mit den Billigfliegern wie Ryanair oder Easyjet können AUA, Lufthansa und Co. hingegen immer besser umgehen. Die großen europäischen Airlines haben selbst massiv Kosten gesenkt, um mit den sogenannten "Low Cost Carriern" mithalten zu können. AUA-Vertriebschef Benz sieht da trotzdem ein Problem: Die Passagiere hätten sich in den letzten Jahren bereits an die billigen Flugtickets "gewöhnt". "Ich frage mich, ob die Ticketpreise auf dem gegenwärtigen Niveau bleiben können", so Benz. Der Trend auf Flügen innerhalb Europas laute "Nur-Transport". Der Hälfte der Passagiere gehe es nur um die Beförderung von A nach B, schätzt Benz.

Flugticketpreise gelten in der Luftfahrt als hochkomplexe Sache. Die Preise ändern sich oft stündlich. Für Passagiere ist es daher schwierig, vorauszusehen, ob man den Flug lieber gleich buchen soll oder ob sich ein Abwarten vielleicht doch bezahlt machen würde. Die Airlines äußern sich nur ungern zur ihrer Preispolitik. Der Grund ist simpel: Das Verkaufen der Sitzplätze eines Fluges zur richtigen Zeit zum richtigen Preis entscheidet am Ende über Gewinn oder Verlust.

Lufthansa zahlt Dividende trotz Gewinnrückgangs

Die Lufthansa hat 2013 wegen der Kosten für den Konzernumbau operativ weniger verdient. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) sei voriges Jahr um 17 Prozent auf 697 Millionen Euro gesunken, teilte der Frankfurter Konzern mit. Unter dem Strich ging der Überschuss um 75 Prozent auf 313 Millionen Euro zurück. Allerdings hatte die Lufthansa 2012 hohe Einmalerlöse verbuchen können, unter anderem aus dem Verkauf von Unternehmensteilen.

Mit seinen Gewinnzahlen Schnitt Deutschlands größte Fluglinie besser ab als von Analysten erwartet. Experten hatten mit einem Ebit von 675 Millionen Euro und einem Überschuss von 245 Millionen Euro gerechnet.

Trotz des Gewinnrückgangs zahlt die Kranich-Airline für 2013 eine Dividende von 0,45 Euro je Aktie. Im Vorjahr waren die Ausschüttungen wegen der schlechten Geschäftslage gestrichen worden, nachdem für 2011 noch 0,25 Euro je Aktie gezahlt worden waren.

Der 118.000 Mitarbeiter starke Konzern steckt derzeit im größten Umbau seiner Geschichte. Ziel ist weiterhin, das operative Ergebnis 2015 im Vergleich zu 2011 um 1,5 Milliarden Euro zu steigern. Für das laufende Jahr erwartet die Lufthansa ein operatives Ergebnis von 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro. (APA, 13.3.2014)

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    grafik: apa
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