"RBI-Geld für Staatsgeldtilgung bereit"

12. März 2014, 16:01
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Bescheid der Aufsichtsbehörden wird erwartet

Wien - Dass Raiffeisen von den Aufsehern noch kein "Go" für die für Mitte März angekündigte Rückzahlung der in der Krise eingeschossenen Staatshilfe erhalten hat, hat Gerüchte befeuert, die Raiffeisen Bank International (RBI) könnte wegen der Ukraine-Krise Abstriche von ihrem Tilgungsfahrplan machen müssen. "Das Geld liegt bereit", betonte am Mittwoch die RBI in einer Stellungnahme. Man warte noch auf den Bescheid der Aufsichtsbehörden. Raiffeisen-intern wären jedenfalls die Vorkehrungen getroffen.

In Finanzkreisen war zuletzt gemutmaßt worden, die heimischen Bankenaufseher könnten eine vorzeitige Rückzahlung blockieren, angeblich herrschen Bedenken wegen der Krise in der Ukraine und wegen der bevorstehenden Bilanzchecks und Stresstests der europäischen Aufseher. Ein Bescheid zur Rückzahlung des Staatskapitals wäre da wohl kein reiner Formalakt, heißt es. Aus der Finanzmarktaufsicht (FMA) gibt es dazu keine Angaben.

Staatliches Partizipationskapital

Es geht um 1,75 Mrd. Euro an staatlichem Partizipationskapital (PS-Kapital) sowie 750 Mio. Euro, die daneben privat platziert worden waren. Nach der Kapitalerhöhung um knapp 2,8 Mrd. Euro im Jänner war angekündigt worden, dass die RBI das Staatsgeld "zeitnah" abzahlt, im Februar war von einem Datum am oder um den 15. März die Rede gewesen. Dann eskalierte die politische und wirtschaftliche Krise um die Ukraine, wo Raiffeisen stark vertreten ist. Ein geplanter Verkauf der Ukraine-Bank musste vorerst ad acta gelegt werden.

Auch für den Fall, dass sich die Situation in der Ukraine zuspitzt, fühle man sich, auch wegen der erfolgreichen Kapitalerhöhung, "ausreichend kapitalisiert", hieß es in der Stellungnahme der börsenotierten RBI heute. Im übrigen habe sich die wirtschaftliche Lage in der Ukraine normalisiert. Die Währung habe sich in den letzten Tagen stabilisiert, der Bankbetrieb laufe normal.

Dass nach einer Milliardenabschreibung auf alle Firmenwerte von Ostbankentöchtern die Bank Austria 2013 einen Rekordverlust verbucht hat, hat am Markt Erwartungen hochkommen lassen, die Raiffeisen-Banker könnten die nächsten sein, die so radikale Schnitte setzen. Das hat der RBI-Bankvorstand am Mittwoch zerstreut: "Der Gewinn für 2013 entspricht den Erwartungen und unterstreicht unsere Rolle als gewinnstärkste Großbank Österreichs", erklärte RBI-Chef Karl Sevelda in den Statement. (APA, 12.3.2014)

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