Deutsche Verleger: Zeitungszustellung durch Mindestlohn in Gefahr

11. März 2014, 18:45
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Verband: "Eingriff in die Pressefreiheit"

Berlin - Die deutschen Zeitungsverleger sehen die Zeitungszustellung in Gefahr, sollte ein Mindestlohn auch für Zeitungsboten gelten. Die Zustellung bei mehr als zwei Millionen Haushalten sei dann nicht mehr betriebswirtschaftlich vertretbar, zitierte die "Berliner Zeitung" (Dienstagsausgabe) eine Stellungnahme des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger zu den Plänen des deutschen Arbeitsministeriums.

Laut Verleger sind 16.000 Botenjobs in Gefahr. "Besonders betroffen wären die ohnehin strukturschwachen Gebiete im ländlichen Bereich, in dem oft auch keine ausreichende Netzabdeckung für elektronische Datendienste vorhanden ist", schreibt der Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV). Sollte die Zustellung in ländlichen Regionen wegen der Kosten nicht mehr möglich sein, wäre dies "ein verfassungsrechtlich nicht gerechtfertigter Eingriff in die Pressefreiheit", argumentieren die Verleger.

Die deutsche Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) plädiert für einen Mindestlohn ohne Ausnahmen. Die Verleger argumentieren jedoch, dass die politischen Kriterien für den Mindestlohn auf die Zeitungszustellung nicht zuträfen. Die Boten seien "ganz überwiegend" geringfügig Beschäftigte, die weniger als zwei Stunden pro Tag arbeiteten. Zudem erhielten die Boten keinen Stunden- sondern Stück- oder Wegelohn. Laut "Berliner Zeitung" drohen den Verlagen bei einem Mindestlohn Mehrkosten von rund 225 Mio. Euro. (APA. 11.3.2014)

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