Haushalte zahlen 2840 Euro für Energie

11. März 2014, 17:53
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Eine durchschnittliche Familie gab im Vorjahr in Österreich 2.840 Euro für Energie aus. Der Staat kassierte fleißig mit: 3,8 Milliarden flossen an den Fiskus

Wien - Energie war schon einmal teurer in Österreich. In Zeiten, wo Arbeitslosigkeit und Armut zunehmen, drückt Menschen mit wenig Einkommen der Energieblock aber umso stärker. Der Staat ist mitschuldig an der Situation.

Von den 34.920 Euro, die jeder der 3,6 Mio. Privathaushalte laut Konsumerhebung der Statistik Austria im Schnitt pro Jahr ausgibt, gingen zuletzt 2840 Euro für Energie drauf. Mobilität, Heizung und Strom fressen somit im Schnitt acht Prozent des Budgets einer typischen österreichischen Familie auf, hat die Austrian Energy Agency errechnet. Bei Niedrigeinkommen liege der Energieanteil sogar im zweiprozentigen Bereich, sagt die Caritas.

Staat kassiert mit

Bei jedem Euro, der für Energie ausgegeben wird, kassiert der Staat mit. Über alle Energieträger hinweg lag die Steuer- und Abgabenquote im Vorjahr bei 36 Prozent. In absoluten Zahlen flossen 3,8 Mrd. Euro an den Fiskus - bei Energieausgaben der Haushalte von insgesamt 10,5 Milliarden.

Auch wenn die Energieausgaben seit 2011 (2989 Euro je Durchschnittshaushalt) leicht sinken und den allgemeinen Preisauftrieb zuletzt gedämpft haben: Durch die Abhängigkeit von Energieimporten beraube sich Österreich der Möglichkeit, gegenzusteuern. Die Leiter der Energieagentur, Peter Traupmann und Herbert Lechner, forderten denn auch am Dienstag einen forcierten Ausbau der erneuerbaren Energien. Um den Treibstoffverbrauch zu senken, sollte sich die Bundesregierung zudem zu einer flächendeckenden Geschwindigkeitsbeschränkung auf 80 km/h (Bundesstraßen) bzw. 100 km/h (Autobahnen) durchringen. "Mobilität ist in der Zwischenzeit der bedeutendste Kostenfaktor der Österreicherinnen und Österreicher geworden," sagte Traupmann.

Bei der Caritas weist man unterdessen auf die 254.000 Menschen hin, die aufgrund fehlender Mittel ihre Wohnung nicht ausreichend heizen können. Besonders betroffen seien alleinerziehende Frauen und ältere Alleinstehende. (Günther Strobl, DER STANDARD, 12.3.2014)

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