Auf Flug MH370 gebuchter Österreicher im Gespräch

11. März 2014, 13:49
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Der Name des Salzburgers Christian Kozel stand auf der Passagierliste des vermissten Flugzeuges: Das vermeintliche Opfer spricht von "gigantischem Medieninteresse" und zeigt sich "unverständlich, dass Pässe gefälscht und Kontrollen so leicht ausgetrickst werden können"

Salzburg - Er hatte nur wenige Minuten für sein 72. Interview. Christian Kozel, 61 Jahre alter pensionierter Masseur aus Salzburg, ist dieser Tage weltweit gefragt. Denn sein Name steht auf der Passagierliste jenes Flugzeuges, das vor Tagen auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking verschwand. Doch Christian Kozel lebt.

Seit der Salzburger am Samstagmittag von der Polizei darüber informiert worden ist, dass ein Mann mit seinem vor zwei Jahren im thailändischen Phuket gestohlenen Reisepass ein Ticket gekauft haben muss, hört das Telefon nicht auf zu läuten. "Das Interesse an meiner Person ist gigantisch, unvorstellbar. Ich habe in den vergangenen zwei Tagen 71 Interviews gegeben, und zwar für Medien als aller Welt. Aus Amerika, Asien und vor allem aus Deutschland. Auch österreichische Medien haben mir wegen meiner Passgeschichte die Türen eingerannt", sagte er zur APA.

"Viele werden bestohlen"

Unverständlich ist für den pensionierten Masseur, dass das Flugzeug bisher nicht gefunden werden konnte. "Für mich persönlich ist dieser Hype jetzt anstrengend, aber auch spannend. Aber zugleich trauere ich um die vermutlich Toten und ihre Angehörigen, die seit Tagen in Ungewissheit leben müssen."

Die Boeing 777 mit der Flugnummer MH370 ist vermutlich abgestürzt. An Bord war ein 19 Jahre alter Iraner, der mit Hilfe des gefälschten Passes unter dem Namen Christian Kozel in die Maschine gelangte. "In Zeiten elektronischer Totalüberwachung des Bürgers darf so etwas einfach nicht mehr passieren. Ist es wirklich so leicht, einen österreichischen Pass zu fälschen, Behörden zu täuschen und die umständlichen Kontrollen auf Flughäfen auszutricksen?", fragte der Salzburger Pensionist.

Natürlich sei gerade Thailand ein Land, in dem besonders viele Pässe gestohlen werden. "Die Leute fliegen hin, trinken zu viel, manche gehen ins Bordell, sind unaufmerksam und werden bestohlen", meinte der in Wien geborene Wahlsalzburger und betonte, selbst nur an Urlaub interessiert gewesen zu sein. "Aber was dann an Bürokratie auf mich zukam, war grauenhaft. Ich sage Ihnen, es wäre viel leichter gewesen, in Thailand einzuwandern, die Staatsbürgerschaft zu beantragen und für immer dortzubleiben, als Papiere für die Rückreise zu bekommen." (APA, 11.3.2014)

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