Fukushima: Japan gedachte der Opfer der Natur- und Atomkatastrophe

Ansichtssache11. März 2014, 13:55
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Tokio - Drei Jahre nach der Natur- und Atom-Katastrophe mit Tausenden Opfern kommt der Wiederaufbau in Japan nur schleppend voran. In Folge des Erdbebens und Tsunamis vom 11. März 2011 war es im AKW Fukushima Daiichi zu Kernschmelzen gekommen. Am Gedenktag gelobt die Regierung erneut Besserung - und treibt zugleich das Wiederanfahren von Atomreaktoren im Lande voran.

Mit einer Schweigeminute hat Japan am Dienstag der Opfer der Erdbeben-, Tsunami- und Atomkatastrophe von vor drei Jahren gedacht. Um 14.46 Uhr Ortszeit legten die Menschen in den Katastrophengebieten und an anderen Orten eine Gedenkminute für die fast 19 000 Todesopfer des Tsunami ein - genau zu dem Zeitpunkt, als am 11. März 2011 ein Erdbeben der Stärke 9,0 Japan heimsuchte. "In den vergangenen drei Jahren haben die Menschen in der Region, die noch immer unter harten Bedingungen leben, mit einem starken Sinn für Solidarität zahlreiche Schwierigkeiten überwunden", sagte Kaiser Akihito (80) auf einer Gedenkveranstaltung in der Hauptstadt Tokio.

267.000 Menschen in vorübergehenden Unterkünften

Auch drei Jahre nach der Dreifachkatastrophe leben weiterhin rund 267.000 Menschen in containerähnlichen Behelfsgebäuden oder anderen vorübergehenden Unterkünften. Eine große Mehrheit der Betroffenen in der Katastrophenregion beklagt laut einer Umfrage der Zeitung "Tokyo Shimbun", dass der Wiederaufbau nicht vorankomme. Infolge des Erdbebens und Tsunamis kamen 15.884 Menschen ums Leben, 2.636 weitere gelten noch als vermisst. Hinzu kommen weitere fast 3.000 Menschen, die an den gesundheitlichen Folgen des jahrelangen Lebens in den provisorischen Behelfsunterkünften starben oder Selbstmord begingen.

Japan will Atomkraftwerke wieder anfahren

Ministerpräsident Shinzo Abe versprach erneut, den Wiederaufbau zu beschleunigen. Seine Regierung werde die Bebauungspläne so umfassend wie möglich vorantreiben, sagte Abe. Betroffene Gemeinden beklagen einen Mangel an Arbeitskräften, der sich im Zuge der Vorbereitungen Japans auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio noch zu verschärfen droht. Viele Bewohner der Katastrophenregion leiden auch mit Blick auf die nahenden Olympischen Spiele unter dem Gefühl, dass ihr Schicksal im Rest des Landes in Vergessenheit geraten ist.

Unterdessen schickt sich die Regierung unbeeindruckt von Protesten an, schon bald wieder die ersten Atomkraftwerke hochzufahren. Noch sind alle 48 Reaktoren des Landes infolge der Atomkatastrophe in Fukushima zu verschärften Sicherheitsprüfungen abgeschaltet. Nach dem Erdbeben und dem Tsunami war es im AKW Fukushima Daiichi zu Kernschmelzen gekommen. Es war der schwerste Atomunfall seit der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986. Die Krise dauert dort weiterhin an. (APA, 11.3.2014)

foto: apa/epa/franck robichon / pool

Trauernde bei einer nationalen Trauerveranstaltung in Tokio.

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foto: apa/epa/dennis m. sabangan

Vor der japanischen Botschaft in Manila auf den Philippinen.

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foto: ap

Vor einem Ehrengrab in der japanischen Stadt Soma im Gebiet von Fukushima.

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foto: ap/koji sasahara

Am 10. März, einen Tag vor dem dritten Jahrestag der Katastrophe, durften Medienmitarbeiter das Atomkraftwerk Fukushima in Schutzanzügen zu betreten.

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foto: apa/epa/koichi kamoshida

Eine Frau bringt Blumen an jene Stelle, an der ihr Haus vor dem Tsunami gestanden ist.

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foto: ap/koji sasahara

Trauernde werfen Blumen in den Ozean, der vor drei Jahren bis zu 38 Meter hohe Wellen an die Küste bersten ließ.

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foto: apa/epa/tomohiro ohsumi

Bild eines zerstörten Reaktorblocks im Mai 2012

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Die Tsunamiwelle überschwemmt am 11. März 2011 die Stadt Natori.

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foto: reuters/damir sagolj

Bild der Küche eines zerstörten Hauses in der Stadt Namie in Fukushima, die wegen der Nuklearkatastrophe zum Großteil evakuiert werden musste, aufgenommen im September 2013. Namie liegt in der Sperrzone im Umkreis des Kraftwerks.

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foto: reuters

Das Foto vom Juli 2011 zeigt einen Lüftungsschaft in Fukushima und wurde mit einer Gammastrahlen-Kamera aufgenommen.

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foto: reuters/kyodo

Das Atomkraftwerk im Jahr 2000 (ganz oben), im Februar 2012 (Mitte) und im März 2013 (unten).

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foto: apa/epa/franck robichon

Protest gegen Atomenergie in Tokio am 9. März 2014.

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